Tony Furtado - Golden - Cover
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Tony Furtado Golden


  • Label: India Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das inzwischen 15. Album des Künstlers wirbt mit einem Gefühl von Heimatliebe.

Und wieder einmal: Nein! Tony Furtado hat nicht das Geringste mit Nelly Furtado zu tun. Und wieder einmal: Ja! Folk, Country, Blues, Pop und natürlich Americana vereinen sich auch diesmal zu einer intimen Mischung, die leicht zugänglich ist, durch Banja und Co. jedoch eine eigene Note verpasst bekommt. Ob die angesagte Zugänglichkeit des Albums „Golden“ etwas Gutes oder Schlechtes ist, muss nun herausgefunden werden.

Das inzwischen 15. Album des Künstlers wirbt mit einem Gefühl von Heimatliebe. So soll der sonstige Wanderer Furtado in Portland seine Heimat gefunden haben, was er mit „Portlandia“ auch gleich zu unterstreichen versucht. „Toe The Line“ hat allerdings erst einmal nichts mit Sesshaftigkeit zu tun. Die beflügelte Akustikgitarre lässt einen die endlosen Landstriche der USA ins Gedächtnis rufen. Ein Gefühl von Freiheit erwacht unweigerlich im Hörer. DER Song für Autofahrten, Spaziergänge und einfach immer, wenn man seiner eigenen Freiheit frönen oder fehlende beklagen will. Den Hauptteil des Albums machen jedoch sanfte Songs aus, die auch mal mit einer guten Portion Pop den Americana anreichern und wie ein klarer Bergfluss an einem vorbeirauschen. Die Lieder bleiben also nicht weiter im Gedächtnis, werden während ihrer Spielzeit jedoch genossen.

„The Willow Cry“ ist gleich ein gutes von vielen Beispielen. Banjo-Solo, typischer Folkklang durch Streicher und Gitarren in Country-Art und dazu eine noch typischere Pop-Struktur. Das ist durchweg gut und so routiniert, dass es manch einen ängstigen muss. Trotzdem erscheinen eher klassisch folkige Tracks interessanter. Als da wären das instrumentale „Portlandia“ mit nicht weniger Freigeist in jedem Ton als der Opener und auch „Can't Lie Down“ zeigt trotz stringenter Natur so viel Country, dass man es nicht als Pop im Americana-Pelz schimpfen muss. Dazu dann noch die Morricone-Bläser in „Angelina“ oder Slide-Gitarren in „Devils Dust“ und alles scheint an seinem rechten Platz zu sein.

Tony Furtado schafft es von Stück zu Stück eine Wärme zu transportieren, die den Liedern einen gewissen Charme gibt. Kein Lied wirkt deplatziert, kein Element übertüncht das andere zu sehr und die Abwechslung von eher akustischen Tracks und Slide-Gitarren im Vordergrund ist ebenfalls gut gelungen. Authentisch und angenehm erzählen 13 Songs von einer nahezu endlosen Liebe für ein großes, freies Land, das kein Ende zu finden scheint. Da trifft der Albumtitel „Golden“ es wirklich auf den Punkt genau. Ob über Gitarren- und Banjo-Soli, ruhige Balladen oder treibende Songs mit Pop-Anklang wird dauerhaft das Gefühl einer goldenen Zeit und eines fantastischen Ortes übermittelt. Schlechte Laune dürfte unmöglich sein mit diesem durchweg positiven Werk. Wer mal wieder einen neuen Ausritt in die vergessene Prärie hinter all den Neonlichtern der Neuzeit wagen möchte, der sollte einfach die Augen schließen und Tony Furtado für sein zeitgemäßes Werk danken, das auch offene Pop-Fans begeistern könnte.

Anspieltipps:

  • Toe The Line
  • Portlandia
  • Devil's Dust

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