Bart Davenport - Searching For Bart Davenport - Cover
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Bart Davenport Searching For Bart Davenport


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bart Davenport wuchs in Kalifornien mit der Plattensammlung seiner Hippieeltern auf. Bereits im Alter von acht Jahren erlernte er das Gitarrenspiel. Seine ersten Bands hießen Loved Ones und The Kinetics. Die Konzertbühnen teilte er mit so illustren Interpreten wie Kings Of Convenience, Arthur Lee, Robyn Hitchcock, Jonathan Richman und John Lee Hooker. Als Solokünstler veröffentlichte er 2002 sein Debütalbum, 2003 folgte „Game Preserve“ und 2005 „Maroon Cocoon“. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte der Amerikaner 2008 mit „Palaces“. Des weiteren agiert er als Sänger von Honeycut und im November 2010 hat er als Teil der Band Incarnations das Album „With All Due Respect“ aufgenommen.

Ganz frisch auf dem Tisch liegt nun „Searching For Bart Davenport“, keineswegs eine Nabelschau wie der Titel vermuten liesse, vielmehr bestreitet Davenport die Selbstsuche mit Coverversionen, die im besten Fall zu erkenntnisreichen Neuinterpretationen führen, im schlechtesten Fall zu einem müden Abklatsch. Bart Davenports Scheibe bewegt sich im positiven Bereich, der sowohl der Originaltreue als auch der Neuinterpretation geschuldet ist.

Den Anfang macht Broadcasts „Come On, Let's Go“, das in dieser akustischen Version mit Zärtlichkeit und Einfühlungsvermögen dargeboten wird. Verträumt erklingt „Cayman Islands“, im Original von den Kings Of Convenience. Naturgemäß versprüht Caetano Velosos „Maria Bethania“ mehr als einen Hauch lateinamerikanischer Rhythmen, Davenports Version erfasst den wunderbaren Spirit des Songs und macht ihn sich zueigen. Greg Moore von The Moore Brothers hat unter dem Pseudonym Sandycoats den Titel „I Think I Had No Arms“ aufgenommen, Bart Davenports einfache Interpretation erreicht eine traumhafte Schönheit, die auch „You Get Brighter“ (von der Incredible String Band) und „Autumn Lullaby“ (Bridget St. John) innewohnt.

Ganz eins wird Davenport mit Arthur Lees „Wonder People (I Do Wonder)“, um danach mit David Byrnes „Everyone's In Love With You“ seine zärtlich-klare Stimme in den Vordergrund zu stellen. Danach zeigt Davenport, dass er auch das Fingerpicking beherrscht, muss man natürlich, um Bert Janschs „Ramblin's Gonna Be The Death Of Me“ hinzukriegen. Die Lyrics von Jackson C. Franks „Blues Run The Game“ kombiniert er mit den Akkorden von „Kid Ivy“ (The Moore Brothers), was ausgesprochen gut funktioniert. Dem rhythmischen „In The Dark“ von The Changes lässt Davenport das finale „Better Days Ahead“ von Gil Scott-Heron folgen, auf dem vor allem die Bandbreite Davenports Stimme hervorgehoben wird.

Auf „Searching For Bart Davenport“ lässt der Kalifornier lediglich Stimme und Gitarre an die Coverversionen, bedient sich der Songstrukturen, denen er mit jenen einfachen Mitteln immer wieder neue Seiten abgewinnt. Vom Hörer wird lediglich verlangt sich zurückzulehnen, entspannt und mit Hingabe den Spärlichkeiten zu lauschen. Vinyl- und Kaminknistern sind nicht unbedingt erforderlich, der romantisch-melancholischen Atmosphäre des Albums wäre es gewiss nicht abträglich.

Anspieltipps:

  • Come On Let's Go
  • I Think I Had No Arms
  • Wonder People (I Do Wonder)
  • Better Days Ahead

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