Battlelore - Doombound - Cover
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Battlelore Doombound


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit über 50 (teilweise posthum) veröffentlichten Büchern und Gedichten hat John Ronald Reuel Tolkien für Fantasyfreunde einiges an Lesestoff zu bieten. Wer jedoch eine eigene Interpretation einer Tolkien-Erzählung anstrebt und nicht gerade Peter Jackson heißt, wird es schwer haben den vielschichtigen Kosmos seiner Fantasywelt zu reproduzieren. Battlelore aus Finnland sind davor jedenfalls nicht zurückgeschreckt und legen mit „Doombound“ nach fünf Alben, die sich lose mit den Geschehnissen in und um Mittelerde beschäftigt haben (die letzte Platte „The last alliance“ erschien im September 2008), das erste Konzeptwerk ab, welches sich dem Roman „Die Kinder Hurins“ annimmt.

Musikalisch wird allerdings nicht einzig und allein die alles in Grund und Boden stampfende Power Metal-Keule geschwungen, sondern ein seit Beginn der Truppe abwechslungsreiches Stilgebräu aus Folk, Melodic Death und Gothic Metal gemixt, das neben der souveränen Arbeit von Jussi Rautio (Gitarre), Jyri Vahvanen (Gitarre), Timo Honkanen (Bass), Maria Honkanen (Keyboard) und Henri Vahvanen am Schlagzeug noch mit der Reibungskraft von weiblichem Sirenengesang (Kaisa Jouhki) und männlichem Testosteron (Tomi Mykkänen) dienen kann. Einziges Problem an der Sache: Battlelore schaffen es kaum einen packenden Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und liefern mit „Doombound“ keine fantastische Vorlage für einen musikunterstützen Tolkien-Leseabend, sondern sorgen lediglich für eingeschlafene Füße und Nackenwirbel.

Bei fast einer Stunde Laufzeit wünscht man sich eben mehr als ein paar altbekannte Gothic Metal-Strukturen, die mit den Lyrics Rotkäppchen und der böse Wolf spielen oder Folk-Einsprengsel, die nicht nach der hundersten Wiederverwertung klingen. Höhepunkte sind rar gesät, dafür sind „Fate of the betrayed“ als epische Hymne, das melancholische „Enchanted“ und der flotte bis schleppend-düstere Ritt „Last of the lords“ wahre Gustostückerl. Dazwischen liegen dann an der Aufmerksamkeitsspanne zehrende Stücke wie der Titeltrack oder das in finnisch gehaltene „Kärmessurma“, die zusätzlich vom selten mitreißenden, weil zu monotonen Gesangsstil von Jouhki und Mykkänen negativ beeinflusst werden. Unterm Strich kommt „Doombound“ so durch einigen Leerlauf, viel Mittelmaß und weniger als einer Handvoll an hervorstechendem Material auf wackelige fünf Punkte. „Die Kinder Hurins“ selbst zu lesen macht deutlich mehr Spaß.

Anspieltipps:

  • Enchanted
  • Iron Of Death
  • Last Of The Lords
  • Fate Of The Betrayed

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