Falkenbach - Tiurida - Cover
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Falkenbach Tiurida


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der suchende Wanderer ist zurückgekehrt. Vratyas Vakyas (mit bürgerlichem Namen Markus Tümmers) steigt empor aus dem musikalischen Nirvana und legt nach „Heralding the fireblade“ (11/2005) mit „Tiurida“ seinen neuesten Longplayer vor. Bei einem derart großzügigen Veröffentlichungsrhythmus (insgesamt sind seit der Gründung Falkenbachs 1989 erst fünf Alben erschienen) und einer nicht gerade geringen Erwartungshaltung innerhalb der Fangemeinde an eine neue Schöpfung aus den Händen des in Island aufgewachsenen Musikers ist es geradezu unabdinglich für Tümmers jedes Mal aufs Neue sein persönliches Opus Magnum vorzulegen. Dieses Ziel verfehlt Vakyas, soviel sei schon mal gesagt, doch „Tiurida“ ist dennoch weit davon entfernt eine Enttäuschung zu sein.

Der Mangel an Perfektion manifestiert sich auf „Tiurida“ jedoch nicht über fehlende Ideen oder Abwechslungsreichtum, sondern schlicht und ergreifend über die Redundanz mit der Tümmers seinen Fans die neue Platte schmackhaft machen will. Mit anderen Worten: Es fehlt der rote Faden. Der Pfad öffnet sich mit dem „Intro“ nämlich spannungsgeladen und majestätisch-erhaben, das anschließende „Where his ravens fly“ schleift die dunkel aus den Boxen grollende Hornphrase nur zu Beginn weiter, baut dafür die Atmosphäre mit lockeren Folk-Einsprengseln weiter aus, während „Time between dog and wolf“ das wütende Pendant dazu bildet und den zarten Flötentönen seines Vorgängers fiese Growls und eine unwirtliche, an Primordial erinnernde Szenerie entgegen setzt. Langweilig wird dem Hörer mit dieser Vorgehensweise keineswegs, allerdings stellt sich unentwegt die Frage, wohin die Reise gehen soll?

Der instrumentale, wiederum leichtfüßig arrangierte Track „Tanfana“ gibt aufgrund seines überleitenden Charakters keine schlüssige Antwort darauf und „Runes shall you know“ missfällt generell durch eindimensionale Schunkelstimmung in Tavernenoptik. Da jedoch nur mehr das wütende „In flames“ und das beinahe ohne Gesang auskommende, heroisch anmutende „Sunnavend“ übrig bleibt, sitzt man nach den knapp 40 Minuten von „Tiurida“ gesättigt, aber trotzdem nicht ganz zufrieden vor den Lautsprechern. Dabei ist alles vorhanden: Die epischen Melodien, der Wechsel zwischen schlachtenbummlerischen und auf Wanderschaft befindlichen Stimmungen und ein authentisches Gefühl der Rastlosigkeit. So sehr der Fluß allerdings in den einzelnen Songs stimmen mag, so spröde ist die Summe der einzelnen Teile. „Tiurida“ ist ohne Frage ein ausgezeichnetes und detailgetreues Pagan Metal-Album geworden, für einen höheren Status fehlt dem Album aber der nötige Zusammenhalt.

Anspieltipps:

  • In Flames
  • Sunnavend
  • Time Between Dog And Wolf

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