Gang Of Four - Content - Cover
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Gang Of Four Content


  • Label: Grönland/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Kern mag man die Musik als Punkrock bezeichnen, doch Bass und Gitarre rattern häufig nicht nur metallisch-blechern, sondern mit starkem Funk-Einschlag vor sich hin.

Ganze 16 Jahre sind Gang Of Four ohne frisches Songmaterial ausgekommen, doch es gibt sie immer noch! Nach zweimaligem Neustart sind Jon King und Andy Gill die einzigen verbleibenden Gründungsmitglieder von 1977, die sich auch heute noch keinen musikalischen Konventionen untergeben wollen. Der Beweis hört auf den Namen „Content“ und scheppert 35 Minuten lang wie ein Presslufthammer. „In the end, it's all about being human. How we see ourselves, and how we see the world we have created for ourselves.“ Dass Gang Of Four inhaltlich auch heuer keine sonderlich angenehmen Themen gewählt haben, dürfte bei der Post-Punk Vergangenheit der Band selbstverständlich sein. So ist schon gleich der Titel des Albums ein Statement und richtet sich gegen die Banalisierung von Kreativität zum substituierbaren Platzhalter im Marketing-Sandwich.

„Content“ kommt jedenfalls mit dem Nötigsten aus: Im Kern mag man die Musik als Punkrock bezeichnen, doch Bass und Gitarre rattern häufig nicht nur metallisch-blechern, sondern mit starkem Funk-Einschlag vor sich hin. Das Schlagzeug in „You Don't Have To Be Mad“ hämmert auf die zackig umher wirbelnden Saiteninstrumente ein, den sowieso schon mechanisch pulsierenden Instrumenten stellt sich dann auch noch gestotterter Gesang in den Weg. So funktioniert „Content“ vielleicht nicht auf Anhieb – dafür stellen sich Gang Of Four glücklicherweise auch heute noch zu sehr quer – hat man das aber erst mal begriffen, lässt man sich das auch gefallen. „I Can't Forget Your Lonely Face“ ist dann auf einmal auch gar nicht mehr so nervös, erinnert an die artverwandten Talking Heads und gniedelt sich seinen Weg in die Gehörgänge.

Backgroundsängerinnen werfen bei „I Party All The Time“ hier und da ihre Stimmen dazwischen, zu Beginn rauscht es und die funkige Gitarre klingt, als wäre sie in einem alten Bunker aufgenommen worden. Im Hintergrund mogeln sich auch mal quiekende Feedbacks dazwischen („It Was Never Gonna Turn Out Too Good“). Wenn man sich das Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Schlagzeug auf „Content“ genauer anhört, wird mehr als deutlich, bei wem Bands wie Franz Ferdinand oder Bloc Party vieles gelernt haben müssen. Doch es gibt auch deutliche Misstritte zu hören, zum Beispiel die nervige Roboterstimme im Song „It Was Never Gonna Turn Out Too Good“. Doch das ist im Angesicht des Sounds des Albums eigentlich auch nur konsequent. Man muss schon ein offenes Ohr haben, um „Content“ genießen zu können.

Anspieltipps:

  • You Don't Have To Be Mad
  • I Can't Forget Your Lonely Face
  • I Party All The Time
  • Do As I Say

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