Artas - Riotology - Cover
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Artas Riotology


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 68 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Leute, das wird schwer! „The Healing“ startete mit „Barbossa“, „Bastardo“, „Fick das Fett“ und dem Coolio-Cover „Gangsta´s paradise“ dermaßen stark, dass der Nachfolger „Riotology“ eigentlich nur den Kürzeren ziehen kann. Da Obimahan Ismahil (Gesang), Hannes Koller (Gitarre), Sahid Al Atmaah (Gitarre), Radek Karpienko (Bass) und Christoph Grabner (Schlagzeug) aber ausgekochte Schlitzohren sind, stellen sie nach dem unnötigen Intro „A journey begins“ mit „Fortress of no hope“ einen Track, der gar nicht die Konkurrenz aus dem eigenen Haus toppen, sondern lediglich als Appetithappen für die folgenden Granaten verstanden werden will, denn die Wiener verzichten auf einen halbgaren Aufguß ihres Modern Thrash Metalcore-Konglomerats und schöpfen stattdessen erneut aus dem Vollen.

Im besten Fall rattert diese donnernde Urgewalt aus punktgenauer Doublebass, schnittigen Thrashriffs, Klargesang, Growls und mehrsprachigen Lyrics wie im nachfolgenden „The day the books will burn again“ mit ausgedehntem Moshpart aus den Boxen, stellt seine politischen Befindlichkeiten mit aggressiver Eindringlichkeit unter Beweis („Rassenhass“), groovt sich als stählerne Dampfwalze auf französisch in l´oreille als ob es kein Morgen gäbe („Le saboteur“), schmiegt sich mittels durchdachten Gerüsts an seinen Vorgänger („The grin behind the mirror“) oder drückt, schnalzt und drischt unentwegt mitten in die Fresse bis der Circle Pit mit Blut getränkt ist („Mediafada“). Doch damit nicht genug, die richtigen Knaller heben sich Artas für den Schluss auf. Der Überhit „Ashes of failure“ z.B. wartet neben einer beeindruckenden Gesangsleistung Ismahils, der neben seinen üblichen Growls noch gepresste Vocals, markerschütterndes Geschrei und Klargesang vom Stapel lässt, noch mit einem absolut perfekt inszenierten Refrain (Zitat: „I´m claiming what is mine / Gods gave me a sign“) und instrumentaler Wucht der Stufe 11 auf der Richterskala auf, der lediglich vom hymnischen „A martyr´s dawn“ getoppt wird, das ab sofort jeder Metalfan von großen Melodien kennen sollte.

Wer jetzt glaubt, dass es zwischen diesen richtig dicken Brummern nur in mittelmäßigen Sphären abgeht, der irrt. Okay, „The suffering of John Doe“ und „Gipfelstürmer“ sind nicht gerade die besten Kompositionen, die Artas je verfasst haben und weisen leichte Abnutzungserscheinungen des Melodic Thrash Hardcore-Geflechts auf, während die kurzen Zwischenspiele ebenfalls keine Sternstunde der Wiener evozieren („O5“ zum Ersten ist vergessenswerter Emo-Kitsch, „O5“ zum Zweiten fungiert als ganz netter Spannungsaufbau zwischen „Mediafada“ und „Ashes of failure“ und „Surrounded by darkness we are able to see the stars“ als tränendrüsiger Abschluss hätte man sich sparen können), doch mit dem in Spanisch gefärbten „No pasaran“ und der von Geigenklängen verzierten Nummer „Between poets and murderers“ halten Artas das Level der Diversität hoch, ohne das es gleich mit der Brechstange ans Werk geht.

„Riotology“ macht nicht viel anders als „The Healing“, aber dafür an den richtigen Stellen. Die Produktion von Jacob Hansen (Heaven Shall Burn, Maroon, Neaera, Fear My Thoughts) rammt einen ohne mit der Wimper zu zucken ungespitzt in den Boden, Shouter Ismahil hat sich deutlich weiterentwickelt und geht deutlich variabler ans Werk, die Rhythmusabteilung wirft im Sekundentakt einen dichten Klangteppich aus, der am besten auf voller Lautstärke zur Geltung kommt und statt „Fick das Fett“, „Viva bastardo“ oder „Zündet die Lunte“ gibt es dieses Mal ausreichend Schlachtrufe in „Rassenhass“, „Le saboteur“, „Mediafada“ und „Ashes of failure“ zu finden. Wer „Riotology“ also nicht bald sein eigen nennt, ist selber schuld!

Anspieltipps:

  • Mediafada
  • Rassenhass
  • Ashes Of Failure
  • A Martyr´s Dawn
  • The Grin Behind The Mirror
  • The Day The Books Will Burn Again

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