Thomas Giles - Pulse - Cover
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Thomas Giles Pulse


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Between The Buried And Me-Frontmann Tommy Giles Rogers geht seinen eigenen Weg. Doch keine Angst, er beschreitet diesen nur kurz. Der bekennende Multiinstrumentalist gönnt sich nämlich eine kleine Schaffenspause bei seiner Stammband und macht mit der komplett in Eigenregie entstandenen Platte „Pulse“ Thom Yorke (Radiohead), Trent Reznor (Nine Inch Nails), Muse oder The Smashing Pumpkins Konkurrenz, indem er ein vielschichtiges, stark elektronisch angehauchtes Debüt vorlegt, das sich angenehm anders von seiner Arbeit bei Between The Buried And Me unterscheidet.

Entgegen seiner schreienden und um sich schlagenden Existenz bei der amerikanischen Truppe, konzentriert sich Giles auf „Pulse“ auf seine klare Singstimme und äußerst minimal eingesetzten, metallischen Eruptionen („Medic“), die, passend zum Konzept (Schlafstörungen, diverse Angstzustände, sowie Krankheiten), eher eine unruhige Ader besitzen. Der Rest der Kompositionen bewegt sich dafür zwischen Traumland und Endlosschleife, was nicht immer zu einem spannenden Ergebnis führt, aber positive Tendenzen für weitere Soloauftritte erkennen lässt, denn eindringliche Nummern wie das kathartische „Hypoxia“ oder das mitreißende „Sleep shake“ sind Mangelware. Giles beschränkt sich vielmehr auf eine dichte Atmosphäre, die mal gerne in einem Loop stecken bleibt („Mr. bird“), als Schlaflied getarnt wird („Scared“) oder als langatmiges Elektronikgeflecht mit melancholischem Gesang sein Dasein fristet („Suspend the death watch“).

Ansonsten lockern Parallelen zu Skinny Puppy („Catch & release“) oder Radiohead („Reject falicon“) das Geschehen auf, während aufgektratzte Entwürfe wie „Hamilton anxiety“ einfach zuviel von allem wollen und ihre Mischung aus lauten Gitarren, progressiver Attitüde und elektronischem Geklapper bedenkenlos an die Wand fahren, sodass man regelrecht froh ist, wenn Giles seine Schäfchen drosselt, bevor sie übermütig werden („Reverb island“). Mit „Pulse“ legt der Between The Buried And Me-Fronter also keinswegs eine Bauchlandung hin, für eine von seiner Stammband losgelöste Solokarriere muss der werte Herr allerdings beständigere Überzeugungsarbeit leisten.

Anspieltipps:

  • Medic
  • Hypoxia
  • Sleep Shake

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