Earthship - Exit Eden - Cover
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Earthship Exit Eden


  • Label: Pelagic Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

The Ocean ist bestimmt nicht vielen Menschen in Deutschland ein Begriff. Dabei handelt es sich doch sogar um eine mehr oder wenige deutsche Gruppe, die mit überbordenden Post Metal ihre Fans immer wieder an ihre Grenzen bringen. Mit dem Wunsch beseelt diese verrückten Spielereien einfacher zu präsentieren. Die Herren Obberg und Staps versammeln einfach ein paar Musiker um sich und wandeln als „Earthship“ auf fremden Pfaden. Oder sind die Pfade weniger fremd, als man zuerst annimmt?

Der Beginn des Albums mit „Caught In A Storm“ ist der typische Vorschlaghammer im Audioformat, den man von Post-Metal erwartet. Es kracht, es scheppert, Gegröle und lautes Gitarrengewitter mit einer deftigen Prise Schlagzeug fegt einem um die Ohren. Dieses Intro ist auch wirklich nicht länger, als ein gewöhnliches Instrumentalintermezzo auf einer Platte von „gewöhnlichen“ Rockbands. Überhaupt überschreitet nur ein einzelner Titel die Fünfminutenmarke. In der Reduktion liegt die Kunst des Bandprojekts Earthship. Vergleichsweise kurze Rockfeger und mehr Kanten als ausgeklügelte Riffpassagen sind die Zielsetzung und diese wird weitestgehend auch eingelöst und erreicht. Ob „Born With A Blister“, „Sea Of Peril“ oder der Titeltrack: Das einfache Rezept der lauten Rocksongs funktioniert.

Wo sind aber die Besonderheiten der Band? Warum unbedingt Earthship hören? Eine echte Antwort gibt es nicht. „Grace“ fällt mit reinem Akustikrock aus dem Rahmen und auch in den Stücken zeigt sich hin und wieder Experimentiergeist, der gleichzeitig das Interesse an den Stücken am Leben hält, aber auch nie so in den Vordergrund tritt, dass eine echte Eigenständigkeit auszumachen wäre. Der Gesamteindruck des Albums ist routiniert. Zu neuen Ufern wird nicht aufgebrochen. Das Konzept der Reduktion wurde brauchbar umgesetzt, jedoch ohne irgendwelche Überraschungen zu bieten.

Man kann sich, abgesehen von den Instrumentalstücken und „Grace“, die Lieder beliebig aussuchen. Jedes beginnt mit einer eigenen Note, die jedoch nicht genug Eigendynamik entwickelt, um sich vom restlichen Material abzuheben. Post Metal ist ein Genre, das es sowieso nicht auf den Mainstream abgesehen hat, doch es kristallisiert sich ein fester Weg vor, auf dem die meisten Bands wandeln. Der ausladende, meist überlange Charakter der Lieder, verbunden mit experimentellen Einschüben und Shouting statt Gesang. Earthship bleiben allen diesen Tugenden treu. Abgesehen von der sonst üblichen Überlänge halten sich Obberg und Freunde an das bewährte Rezept und so überrascht das durchschnittliche Endergebnis nicht.

Anspieltipps:

  • Sea Of Peril
  • Exit Eden
  • Born With A Blister

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