Faust - Something Dirty - Cover
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Faust Something Dirty


  • Label: Bureau B/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Dem zwischenzeitlichen Comeback des Genres Kraut-Rock, der in seiner Hochzeit Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger die Lockerheit und gepflegte Jams in den Rock zurückbrachte, steht es gut, wenn nicht nur Re-Releases aus dieser Zeit erscheinen oder sich nicht nur neue Bands darauf berufen. So vermeldet das Hamburger Label Bureau B mit dem Liebhaber-Blick für eben diese Zeit und ihre Vermächtnisse in Form von „Something Dirty“ der norddeutschen Band Faust die Veröffentlichung des, geschätzt, zwanzigsten Albums der schier unkaputtbaren Formation.

Seit 40 Jahren existiert das im Ausland stets erfolgreichere Kollektiv, immer noch mit den Gründungsmitgliedern Jean-Hervé Peron und Zappi Diermaier versehen und um James Johnston (Nick Cave & The Bad Seeds) sowie der englischen Malerin, Filmemacherin, Autorin und Musikern Geraldine Swayne ergänzt. Was „Something Dirty“ auszeichnet, kennt der involvierte Faust-Hörer seit vier Dekaden und wird ihn auch 2011 zufrieden stellen, vielleicht auch begeistern. Von einem distanzierten Standpunkt erfährt man einiges über psychedelisch-bedrohliche Klangkosmen, fies-verzerrte Gitarren, wabernde Synthesizer und Songstrukturen, die zeitweise so unberechenbar wie ziellos sind.

Titelnamen wie „Tell The Bitch To Go Home“ oder „Dampfauslass“ laden eben auch nicht ausdrücklich zu engen Verbindungen ein, so dass der Hörer sich galant zurücklegen kann und ihm neben Jazz- sowie Blues-Anleihen gepflegte Noise Rock-Verästelungen räudig in die Ohren kriechen. Aufschrecken wird er so einige Male, denn „Herbststimmung“ oder „Thoughts Of The Dead“ zeigen nicht nur anhand der Bezeichnungen, welche Richtungen sie nehmen. Verstörend, impulsiv und disharmonisch sind die Attribute von Fausts „Something Dirty“ und zu selten auch hymnisch wie beim Titeltrack oder das lieblich entrückte „Lost The Signal“. Dort wird deutlich, dass Geraldine Swayne stimmlich sicher öfter hätte eingreifen können. Der Präsenz von „Something Dirty“ wäre es entgegen gekommen.

Anspieltipps:

  • Herbststimmung
  • Something Dirty
  • Lost The Signal
  • Dampfauslass 1

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