Moddi - Floriography - Cover
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Moddi Floriography


  • Label: Propeller Recordings
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein außergewöhnliches Debütalbum.

Pål Moddi Knutsen, Anfang/Mitte zwanzig, von der zweitgrößten norwegischen Insel Senja, ist zwar ein Newcomer auf dem Papier, doch was der junge Herr auf seinem Debütalbum „Floriography“ an träumerischen Schwingungen verbreitet, ist so ausgefeilt wie bei einem vermeintlich alten Hasen. Selbst wenn nach der letztjährigen EP „Rubbles“ die Erwartungen gen Himmel stiegen, ist der Longplayer nochmals mächtiger, ja Eroberung in Vollendung. Wie gut und schließlich schicksalshaft, dass Moddi mit 18 Jahren das ungenutzte Akkordeon seiner Mutter für sich beanspruchte und schon 14 Tage später mit dem ersten richtigen Konzert aufwartete.

Das Akkordeon, ungewiss ob es nun besagtes oder gar ein neues ist, spielt neben der Mandoline und Gitarre eine wesentliche Rolle auf „Floriography“, wo Ideen aus fünf Jahren ein zuhause finden und die zwei Wochen im isländischen Greenhouse Studio von Valgeir Sigurdsson zu wenig waren, um es komplett zu formen. Was schlussendlich im heimischen Oslo den finalen Schliff erhielt, beginnt in Form von „Rubbles“ mit dampfender Glut, die sich am Küstenrand im Laufe des Songs zu einem emporsteigenden Feuer mausert, will meinen: Leisemalerisch erklingt das Akkordeon, um gemeinsam mit der fragilen Schönheit in Moddis Stimme zwischendurch auch Zorn und Aufbruch samt kraftvollen Soundscapes anzubieten.

Höhepunkte gibt es auf dem Erstling, wie langanhaltenden Frost in Skandinavien, zuhauf. Als frostig einerseits kann man nicht nur Fragmente beschreiben, vieles auf „Floriography“ ist von Schnee bedeckt, atmet darunter aber eine so einfühlsame Wärme, dass das Eis zwischen dem Hörer und den mannigfaltigen Streicher-, Akkordeon-, Akustikgitarren-Arrangements so schnell gebrochen ist, wie die erste Gänsehaut Einzug hält. Allein „Smoke“ und „Poetry“ spielen so mit den Sinnen, mit den Emotionen, um abschließend Moddi ein außergewöhnliches Debüt bescheinigen zu können. Einen Sinn für verschrobene, melancholische Wonnen der Marke Skandinavien sollte man allerdings mitbringen, um sich wiederkehrend in der Musik verlieren zu können. Dann aber auch ohne Gewähr, in absehbarer Zeit von ihr loszukommen.

Anspieltipps:

  • Rubbles
  • Magpie Eggs
  • Smoke
  • Poetry
  • Stuck In The Waltz

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