16 Horsepower - Yours Truly - Cover
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16 Horsepower Yours Truly


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 95 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Kunde ist König, heißt es und Sixteen Horsepower setzten diese Formel in die Tat um, in dem sie ihre Anhänger aufforderten ihre favorisierten Songs zu benennen und sie dann als Best-Of-Album zu präsentieren. Hier ist nun das Album mit dem bezeichnenden Titel „Yours, Truly“, das als Doppel-CD auf der einen Disc ihre vermeintlich besten Songs zusammenfasst und auf der anderen Raritäten präsentiert. Die Band um ihren beeindruckenden Frontmann David Eugene Edwards muss wohl keinem mehr ausführlich vorgestellt werden. In den 90er Jahren setzten sie fort, was Interpreten wie The Gun Club, Nick Cave u.a. bereits gesät hatten. Edwards und seine Mitmusiker nahmen dabei eine unglaubliche Entwicklung, die in einer Intensität gipfelte, die Bands des sogenannten Alternative Rock nur äußerst selten erreichen. Nach der Debüt-EP „Sixteen Horsepower“ folgten die Klassiker „Sackcloth’n’Ashes“ und „Low Estate“. Weitere Meilensteine ihres Geamtwerks sind „Secret South“ (2000), „Folklore“ (2002) und das 2008 erschienene „Live March 2001“, das zu den besten Live-Alben aller Zeiten gerechnet werden muss.

Wie gut Sixteen Horsepower waren, unterstreicht „Disc One: People’s Choice“ auf eindrucksvolle Weise. Dabei geht „Secret South“ mit fünf vertretenen Titeln als Gewinner hervor, dem folgt „Sackcloth’n’Ashes“ mit deren drei, der Rest verteilt sich auf die Debüt-EP, „Low Estate“ und „Folklore“. Die Grandezza und Erhabenheit dieser Band wirken in dieser Zusammenstellung um ein vielfaches potenziert. Die Sogwirkung dieser intensiven, rituellen und immer wieder obsessiv gespielten Musik, ist in der Lage den Hörer in Trance zu versetzen oder ihn auf einen Trip in die Hölle zu schicken. Edwards war und ist (Wovenhand!) der personifizierte Voodoo Priester, Prediger, Gesegneter und Beschwörer zugleich. Unterstützt von einer flexibel agierenden Rhythmusgruppe, folkloristischen Elementen und dem wahnwitzigen Saitenspiel, das mit waidwunden Slides innere und äußere Horizonte öffnet.

Auf „Disc Two: Rarities“ dürften auch beinharte Fans, die glauben bereits alles zu haben, fündig werden. Hochinteressante Single-B-Seiten wie z.B. „Flowers In My Heart“, „Dead Run“, „Worry“ oder die Coverversion „Fire Spirit“ (The Gun Club) und „De-railed“ (Rainer Ptacek) sind auf hohem Niveau. Selbst die Demoversionen von „Cinder Alley“ und „Poor Mouth“ sind mehr als nur von historischem Wert. Hinzu kommen Radiosessions aus dem Jahr 1995 mit eindringlichen Versionen von „American Wheezer“ und „Black Soul Choir“. Nicht zu vergessen „The Partisan“, die A-Seite der gleichnamigen französischen Single.

Glitterhouse Records sei Dank dürfen wir hier Essentielles und Rares von Sixteen Horsepower genießen. Die beiden Discs stecken in einem zweifach aufklappbaren Digipack, das ein Booklet mit den Texten enthält und mit wunderbaren Fotos aufwartet. Sixteen Horsepower erhalten hier die gebührende Wertschätzung und den verdienten Respekt. Ein wenig wehmütig ums Herz wird einem schon, dass die Band längst das zeitliche gesegnet hat. Sie war einmalig und deshalb verbieten sich Vergleiche mit Edwards’ aktiver Band Wovenhand, deren Spirit ein anderer, dennoch verwandter zu Sixteen Horsepower ist.

Anspieltipps:

  • Black Soul Choir
  • American Wheeze
  • Clogger
  • I Seen What I Saw
  • Flower In My Heart
  • The Partisan
  • De-railed

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