And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Tao Of The Dead - Cover
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And You Will Know Us By The Trail Of Dead Tao Of The Dead


  • Label: Superball/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch einmal hören, dann werden schon einige sinnvoll die Musik umschreibende Sätze auf dem guten alten Schmierblatt landen. Na gut, noch ein Durchlauf mehr kann nicht schaden. So kann das lange weitergehen, wenn ein neues Album der Texaner von Trail Of Dead vorliegt, „Tao Of The Dead“ ist da keine Ausnahme. Die Songs von Keely und Reece klingen überwiegend nach akustischen Grundmotiven, die Schicht um Schicht mit Instrumenten, zusätzlichen Motiven und allerlei Feinheiten ergänzt wurden – dieses Grundkonzept ist irgendwo darunter verborgen. Es ist wie eine Lawine, die immer mehr Schneemassen mit sich reißt und wenn sie einen erwischt, dann ist Schleudergang angesagt, wo sich oben und wo unten befindet ist eher Auslegungssache. Vorausgesetzt die richtige Richtung wurde eingeschlagen, wird nach längerem Graben das Tagesicht wieder sichtbar. Frische Luft erfüllt sodann die Lunge, Fassung, Überblick und Freude kehren ein. Das ist in etwa die Musik von Trail Of Dead, so verläuft die Kennenlernphase eines neuen Albums.

„Tao Of The Dead“ ist wie schon sein Vorgänger rückwärtsgewandt, also deutlich entfernt vom poppigen „So Devided“, aber es ist auch nicht so wuchtig kraftvoll wie „The Century Of Self“. Es ist auf eine Art direkter im Empfang, die Kompostionen luftiger und verspielter. Mitten in der „Introduction“ geht es schon richtig los, nicht erst danach. Das folgende „Pure Radio Cosplay“ ist nach vorne treibend, lässt sich aber auch ganz kurz fallen um Luft zu holen. Diese Eigenschaft kann auf das gesamte Album übertragen werden, denn sowohl im Mittelteil als auch kurz vor den letzten beiden Songs wird das Tempo reduziert, die Lage entspannt. Wurde die anfängliche Erschlagenheit von der Vielschichtigkeit des Albums überwunden, was im Endeffekt schneller geht als beim Vorgänger, kann die Freude an den kleinen Dingen des Lebens beginnen. Dazu zählt die Gitarre in „Spiral Jetty“, die sich langsam regelrecht ins Bewusstsein bohrt, oder auch einige zunächst nicht so auffällige seichte elektronische Elemente. Überall gibt es vieles zu entdecken.

Als Inspirationsquelle diente die chinesische Philosophie des Daoismus, maßgeblich verfasst von Laotse in seinen einige Jahrhunderte v. Chr. verfassten Aphorismen „Tao Te Ching“, ein Buch, das angeblich zufällig im Studio rumlag. Der Aufbau des Albums ist eine Art Huldigung an die Prog-Rock Alben der 70er. Es besteht aus zwei Teilen von „Tao Of The Dead“, wobei der erste Teil in elf Untertitel gegliedert wurde, die auch als einzelne Songs anwählbar sind. Der zweite Teil hingegen ist ein 16minütiges Epos, dessen fünf Segmente nicht getrennt wurden, sondern viel mehr miteinander verwoben sind, ein progressives Feuerwerk sondergleichen, düsterer und verspielter als der erste Teil. Allein dafür sollte diese CD im heimischen CD-Player landen. Schade eigentlich, dass der erste Teil nicht auch noch mehr ineinander greift, denn die Übergänge sind eh schon flüssig. Damit wäre die Wirkung eines hervorragenden Albums noch intensiver geworden. „Jenseits des Nennbaren liegt der Anfang der Welt“, schrieb einst Laotse, Jenseits des Nennbaren liegt auch die Musik von Trail Of Dead.

Anspieltipps:

  • Tao Of The Dead Part I: Tao Of The Dead
  • Tao Of The Dead Part II: Strange News From Another Planet

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