Pushking - The World As We Love It - Cover
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Pushking The World As We Love It


  • Label: Pushking Records/EDEL
  • Laufzeit: 79 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Cover schreit doch geradezu danach, als ob der Name Pushking und die dazu passende Krone nicht ausreichen würden. Nein, es musste noch eine Weltraumkulisse herhalten und der Untertitel „A Rock And Roll Journey“, aber die absolute Krönung ist die vierzeilige Liste der mitwirkenden Musiker (featuring Alice Cooper, Glenn Hughes, Billy F Gibbons, Paul Stanley, Steve Vai, Joe Bonamassa und viele mehr). Das hört sich doch nach einer weiteren Rock-Compilation an, aus dem Hause Time-Life oder wie sie alle heißen. So kann man sich täuschen, denn Pushking ist eine Band aus Russland, die versucht international Fuß zu fassen. Eigentlich sollte das nicht groß verwundern, denn im osteuropäischen Raum sprießen die talentierten Musiker wie Pilze aus dem Boden. Aus den östlichen Nachbarländern Deutschlands drängen immer mehr Bands auf die internationale Bühne, wieso also nicht auch aus Russland?

Die Art und Weise wie Pushkings „The World As We Love It“ präsentiert wird wirft doch einige Fragen auf. Ist die Rockmusik der Russen so überzeugend, dass sich eine Riege an bekannten Musikern angestellt hat um mit zu wirken und den Ruhm anzukurbeln? Vielleicht steht auch ein russischer Multimillionär dahinter, einer von denen die im Fußballgeschäft umherschwirren und gerne was springen lassen, in diesem Fall für die zahlreiche Unterstützung (zur Erinnerung: vierzeilige Liste der mitwirkenden Musiker)? Oder aber der eigentliche Sänger kann gar kein Englisch? Nee, das kann alles nicht sein, denn der russische Sänger ist manchmal klar zu vernehmen und die Songs sind auch nicht neu wie sich herausstellt. Vielmehr ist das Album eine Werkschau der schon seit langem musizierenden Russen, nur eben mit vielen Gästen. Dies erklärt nicht nur die randvolle 79minütige Spielzeit der CD sondern ebenfalls den zunächst so plump klingenden Untertitel von der Reise durch den Rock and Roll.

Nach bereits 15 Alben in der Heimat ist „The World As We Love It“ die Erfüllung eines lang gehegten Traums von einem internationalen Album und der Anerkennung durch Musiker rund um den Globus. Zahlreiche Rockgrößen sind dem Ruf gefolgt und haben die Pushking-Songs mit ihren eigenen Qualitäten ergänzt und lassen sie so in neuem Licht erscheinen. Vom sinnfreien Krächzintro abgesehen befinden sich auf der Scheibe 18 klassische Rocksongs. Mit klassisch ist die Marke Guns 'n Roses, Van Halen oder Def Leppard gemeint, die sowohl rockende („Troubled Love“) als auch balladeske („Stranger’s Song“), manchmal auch kitschige Nummern („I Love You“, „Tonight“) beinhaltet. Der Best-Of Charakter des Albums wird an seinem Abwechslungsreichtum ganz deutlich und ohne die vielen teils sehr unterschiedlichen Stimmen der Gastsänger, die überwiegend sehr gut zu den Songs ausgewählt wurden, könnte das Album über seine Länge nicht so gut funktionieren.

Glenn Hughes macht am Mikrofon eine gute Figur, teilweise besser als bei seinen eigenen Songs, besonders in „Why Don’t You“ hebt sich seine raue Stimme kontrastreich vom akustischen Gewand des Lieds ab. Steve Vais charakteristisches Gitarrenspiel in einem Song ist übrigens nicht zu verkennen, ganz im Gegensatz zu Joe Bonamassa der eher Gary Moore mimt. „Open Letter To God“ spendet durch eine Orchestrierung dem Songthema die nötige Größe und „It’ll Be OK“ ist schon wegen Nuno Bettencourts (Extreme) und Billy F Gibbons (ZZ Top) Einsatz hörenswert.

Nach einigen Hördurchgängen macht „The World As We Love It“ schon Spaß, auch wenn einige Songs übertrieben nah an den Originalen, den Vorbildern, kleben. Der Rock von Pushking wird nie zu dick aufgetragen, eher driftet er ins kitschig balladeske ab. Trotzdem hatte Sänger und Gitarrist Konstantin Shustarev einige wirklich gute Ideen für eingängige Passagen und ordentliche Gitarrensoli. Eigentlich könnte die CD mit „Open Letter To God“ enden, denn besonders im letzten Drittel des Albums wirken die Songs nicht mehr so frisch und interessant, eine gewisse Ermüdungserscheinung tritt ein. Das abschließende „Kukarracha“ ist mehr oder weniger ein Partysong, der zum Rest nicht wirklich passen möchte. Am Ende bleibt ein nettes Rockalbum im Gedächtnis, das ab und an im Player landen wird, eine schöne Ergänzung für den Rockfan.

Anspieltipps:

  • It’ll Be OK
  • Stranger’s Song
  • Why Don’t You
  • Private Own
  • Open Letter To God

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