Prinz Pi - Rebell Ohne Grund - Cover
Große Ansicht

Prinz Pi Rebell Ohne Grund


  • Label: Keine Liebe Records
  • Laufzeit: 72 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

An diesem Album werden sich alle anderen Rap-Produktionen aus Deutschland in 2011 messen lassen müssen!

Der Rapper Prinz Pi (31) zählt neben Curse nicht nur zu den Intellektuellen der deutschen HipHop/Rap-Szene, der Berliner verstand es bereits früh, den klassischen HipHop stilistisch etwas aufzubohren und mit anderen musikalischen Facetten zu kombinieren. Dabei war der 31-Jährige schon vor Jahren so visionär, als er erkannte, dass sich die deutsche Rap-Szene unbedingt wieder gesundschrumpfen müsse, während andere noch meinten, es ginge immer noch höher, weiter und schneller.

So ist auch Prinz Pi alias Friedrich Kautz nach einem zwischenzeitlichen Majorlabelausflug (Universal Music) wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und setzt seine Karriere als Independentkünstler fort. Doch das hindert ihn nicht daran, weiterhin in großen Dimensionen zu denken und musikalische Visionen konsequent umzusetzen. Das Plattenlabel spricht in diesem Zusammenhang von Prinz Pis neuestem Werk „Rebell ohne Grund“ vom „Sgt. Pepper“ (The Beatles) in der Diskografie des Rappers.

Viel höher kann man die Messlatte nicht legen. Doch wenn ein deutscher Rapper dazu in der Lage ist, dann Prinz Pi. Denn neben seiner musikalischen Vielseitigkeit, durch die sich Prinz Pi nicht wie andere Rapper nur auf die Anzahl und Qualität seiner Beats reduzieren lässt, besitzt er die Gabe Texte zu schreiben, die dem Hörer automatisch Aufmerksamkeit abringen und intellektuell fordern („Königin von Kreuzberg“, „Der neue iGod“). An dieser Qualitätshürde scheiterten im vergangenen Jahr die allermeisten Deutschrapalben. „Rebell ohne Grund“ nimmt diese Herausforderung gerne an und bietet 18 musikalisch abwechslungsreiche Tracks, die inhaltlich durchaus polarisieren („Etc.“) oder unangenehm berühren („Drei Kreuze für Deutschland“), aber dabei nie peinlich sind, selbst wenn Atzen-Kollege Frauenarzt mit im Spiel ist („Rand II“).

Überhaupt sind die sehr persönlichen und dadurch authentisch wirkenden Texte das große Aushängeschild dieser blitzsauberen Biztram-Produktion, die den heiklen Spagat zwischen Untergrundkredibilität und Mainstreamanspruch hervorragend meistert und damit zu den besten Veröffentlichungen der letzten zwei Jahre im Deutschrapsektor zählt. An diesem Album werden sich alle anderen Rap-Produktionen aus Deutschland in 2011 messen lassen müssen!

Anspieltipps:

  • Laura
  • Du bist
  • Rand II
  • Wunderkind
  • Der neue iGod
  • Königin von Kreuzberg
  • Drei Kreuze für Deutschland

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5.5/10

Einzimmervilla
  • 2017    
Diskutiere über „Prinz Pi“
comments powered by Disqus