Deicide - To Hell With God - Cover
Große Ansicht

Deicide To Hell With God


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„To Hell With God“ ist ein verflucht starkes Stück Death Metal!

Wer den Titel der kommerziell zweiterfolgreichsten Death Metal-Band auf diesem Planeten (seit Beginn der Sound Scan-Rechnung, die in den USA und Kanada zur Ermittlung der Plattenverkäufe angewandt wird) trägt, muss auf seinen Alben stets etwas ganz Besonderes bieten. Deicide-Kritiker werden nun vehement widersprechen, Die Hard-Fans ohne mit der Wimper zu zucken zustimmend nicken. Sämtliche Lager dazwischen werden allerdings die schwankende Qualität, die meist extrem kurzen Alben, das Festhalten an fragwürdigen Idealen, fehlende Innovation, ein oft zwiespältiges Klangbild und unverständliches Gegrunze als Negativpunkte anführen, der Truppe rund um Vorgurgler Glen Benton (Gesang, Bass), Jack Owen (Gitarre), Kevin Quirion (Gitarre) und Steve Asheim (Schlagzeug) jedoch im gleichen Maße technische Perfektion, unnachahmliche Kurzweile und ein allgemein unerschütterliches Image als Satansbraten attestieren. Mit anderen Worten: Deicide ist Geschmackssache und das wird sich mit „To hell with God“, dem mittlerweile zehnten Studioalbum, nicht ändern.

Nach ihrem mehr oder weniger unrühmlichen Wechsel vom Metal-Majorlabel Roadrunner (das letzte, dort veröffentlichte Album „In torment in hell“ (09/2001) gilt als das bislang schlechteste Album in der Diskographie, das dabei helfen sollte aus dem Vertrag bei Roadrunner herauszukommen) zu Earache ging es mit den zwei unchristlichen Scheiben „Scars of the crucifix“ (02/2004) und „The stench of redemption“ (08/2006) zwar kompositorisch bergauf, doch bereits „Till death do us part“ (09/2008) schien mit uninspiriertem Geballer erneut den Anschluss zu verpassen. Mittlerweile bei Century Media untergekommen, sind Benton & Co. jedoch scheinbar wieder bester Dinge und lassen nicht nur Gott, Jesus Christus und die komplette biblische Familie vierteilen, zerstückeln und bei lebendigem Leibe verbrennen, sondern zimmern auch für den Hörer zehn ansprechende Todesbleihäppchen, die zwar allesamt keinen Innovationspreis gewinnen werden, aber sich immerhin nicht mit unnötigem Geplänkel aufhalten und entgegen der letztjährigen Trends ausnahmslos einen auf die Mütze geben ohne schlapp zu machen.

Gemeinsam mit Mark Lewis (The Black Dahlia Murder, Chimaira, Devildriver) an den Reglern ist zudem das wohl am ausgewogensten produzierte Album in der Geschichte des Florida-Acts entstanden, das nun weder mit dünnem Schlagzeuggeklapper oder fürchterlich schrillen Gitarrensounds aufwartet, sondern so klingt, wie man es von einer amtlichen Hölle, Tod und Teufel-Platte erwartet: Mitten in die Fresse und das nicht zu knapp! Einen maßgeblichen Anteil am Gelingen dieser gottlosen Vollbedienung trägt allerdings der dichte Rückhalt der spielfreudigen Gitarre-Bass-Abteilung zusammen mit Asheims punktgenauer Arbeit an seinem Drumkit. Egal ob Deicide auf Durchzug schalten („To hell with god“, „Servant of the enemy“), mit filigranen Details die Kinnladen öffnen lassen („Save your“, „Angels of hell“, „How can you call yourself a god“), durch ein Blastbeatgewitter steuern („Witness of death“, „Into the darkness you go“) oder mit hakenschlagenden Tempovariationen, Breaks und protzigen Riffattacken aufwarten („Conviction“, „Empowered by blasphemy“, „Hang in agony until you´re dead“), „To hell with god“ ist ein verflucht starkes Stück Death Metal floridianischer Würzung, wie man es in Anbetracht der schwankenden Vergangenheit von Deicide in dieser Form womöglich nicht mehr zu hören bekommen könnte.

Anspieltipps:

  • Save Your
  • Angels Of Hell
  • Witness Of Death
  • How Can You Call Yourself A God

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Deicide“
comments powered by Disqus