Mogwai - Hardcore Will Never Die, But You Will - Cover
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Mogwai Hardcore Will Never Die, But You Will


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„White Noise“ schwillt an und schwillt an, immer weiter und hört einfach nicht auf. Doch die Kontrolle verlieren Mogwai nie. Es ist beeindruckend, wie die Band den Song in die Höhe schraubt, ihn mit lautstarken Gitarren, wummerndem Schlagzeug und flirrenden Synthies füttert. Dabei ist der Opener von „Hardcore Will Never Die, But You Will“ noch nicht mal der stärkste Song des neuen Albums. „Mexican Grand Prix“ verwendet ungewohnt viele Vocals, bei „Rano Pano“ donnern unfassbar stark verzerrte Gitarren, bringen Wände zum wackeln. Synthesizer-Sounds überlagern sich gegenseitig, lassen Songs immer lauter werden („Death Rays“, „How to Be a Werewolf“, „Too Raging to Cheers“). Ein Klavier zieht sich als roter Faden durch den Song „Letters to the Metro“.

Es ist schon komisch mit Mogwai: Die Songs beginnen (fast) immer mit einer soliden Basis aus Rhythmus und sich wiederholenden Motiven, wie zum Beispiel „George Square Thatcher Death Party“, welches mit stampfendem Schlagzeug und einem krass hervorgehobenem, kräftigem Basslauf beginnt. Und gerade als man den Verdacht erheben könnte, es würde auf diesem Album nicht viel passieren, muss man merken, dass man falscher nicht liegen könnte: Man erwischt Mogwai dabei, wie sie musikalisches Jenga spielen und ihre Klangtürme immer und immer höher bauen. Nach und nach fließen weitere Instrumente in die Songs ein, die im ersten Moment noch simpel und verdächtig flach klangen. Doch diese Türme stürzen nicht ein, sie stehen fest und kernig, unverrückbar im Boden verankert. Auf einmal haben sich Songs wie „Death Rays“ und „How to Be a Werewolf“ zu Wolkenkratzern entwickelt, während man sich fragt, wo denn all die elektronischen Geräusche und Gitarrenriffs, all diese Tonspuren, plötzlich herkommen.

Doch es geht auch anders: So detailreich sich Mogwai mit den genannten Songs auch präsentieren, sie können „San Pedro“ auch einfach mal auf drei Minuten beschränken und mit dem Kopf durch die Wand brettern. „Letters to the Metro“ ist verhältnismäßig simpel und geradeaus geraten, jedoch stimmungsstark. Man hört, Mogwai musizieren sehr geschickt und so ist ihnen – bedenkt man das hier bereits das siebte Studioalbum ihrer Karriere vorliegt – ein äußerst souveränes Stück Musik gelungen, welches von der typischen postrockschen laut-leise-Dynamik leichten Abstand nimmt und die Songs auf elegante Weise zu vielschichtigen Ungetümen aufbaut. „Hardcore Will Never Die, But You Will“ präsentiert sich vielfältig und spielt mit Stimmungslagen als wäre es eine Leichtigkeit. Mogwai: Nicht viele Bands sind in der Lage, eine solch lebendige Kraft zu entwickeln.

Anspieltipps:

  • Death Rays
  • George Square Thatcher Death Party
  • San Pedro
  • How to Be a Werewolf

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