Itchy Poopzkid - Lights Out London - Cover
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Itchy Poopzkid Lights Out London


  • Label: Findaway Records/ALIVE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Außer dem Titel ist kaum etwas übrig geblieben von dem, was Punkrock irgendwann einmal ausgezeichnet hat.

Von Stagnation gezeichnet, alles andere als mehrheitsfähig und auf ein ewiges Nischenpublikum festgelegt: generell steht es derzeit gar nicht gut um die Wirtschaftlichkeit junger deutscher Punkrockbands. Als eine der wenigen Ausnahmeerscheinungen haben Itchy Poopzkid dagegen seit Jahren kräftig Auftrieb. Dank Medienpräsenz, MTV und einer nicht zu unterschätzenden Fanbase erspielte sich das Trio aus Baden-Württemberg bereits einen festen Platz in der deutschen Szene. Jetzt soll die Zeit für den „großen Wurf“ also endlich gekommen sein. Und der könnte mit „Lights Out London“ tatsächlich gelingen.

Doch Vorsicht: außer dem Titel (der wohl als eine Anspielung auf die „Wiege des Punkrocks“ verstanden werden soll) ist kaum etwas übrig geblieben von dem, was Punk irgendwann einmal ausgezeichnet hat. Ursprünglich als Gegenmodell zur immer zahmer werdenden Rock’n’Roll-Szene verstanden, dient das Genre bei Itchy Poopzkid spätestens seit diesem Album nur noch als bloßes, inhaltsleeres Etikett. Glatt produziert, poppig und gewohnt eingängig kommen die zwölf Titel des neuen Albums daher. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Schritte in den Fußstapfen von den massentauglichen Urvätern wie Green Day die Jungs von Itchy Poopzkid zu einem neuen, größeren Publikum führen sollen.

Schon der Opener fragt provokativ „Why still bother?“. Gute Frage, denn aufregen wird sich über diese Nummer niemand, genauso wenig wie die Nachbarn bei den Group-Shouts von „Is It On“ an die Wand klopfen werden. Aber was soll’s, die Songs gehen allesamt in Ordnung, nerven nicht, gleiten widerstandslos ins Ohr und wieder raus. Als Untermalung für eine Party könnte das funktionieren und vielleicht wird sich sogar der eine oder andere bei Hymnen wie „How’s The Weather Back Today“, „Away From Here“ oder „T.T. Hurricane“ auf die Tanzfläche zum Pogo-Tanzen hinreißen lassen.

Nur manchmal wünscht man sich das rebellische, außergewöhnliche zurück, das einmal untrennbar mit Punkrock verbunden war. Ironischerweise tragen auf diesem Album alleine Songs wie „It’s Gonna Be Great, Honey“ und „It’s Tricky“ diese Note in sich – und das obwohl sie sich unverhohlen an HipHop- und Rap-Attitüden bedienen. Ansonsten bleiben die Experimente auf ein Minimum reduziert. MTV wird das freuen, die alten Fans wohl eher nicht.

Anspieltipps:

  • Is It On
  • How’s The Weather Back Today
  • Away From Here
  • It’s Gonna Be Great, Honey

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