Dead Confederate - Sugar - Cover
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Dead Confederate Sugar


  • Label: Kartel/SOULFOOD
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gefühltes Debüt wollen Dead Confederate aus Georgia geschaffen haben. „Wrecking Ball“ erscheint ihnen im Angesicht ihres zweiten vollwertigen Albums „Sugar“ wie eine gehobene Single-Sammlung. Hier sei ein Konzept dahinter und dieser Fakt füge etliche Level hinzu. Kaum zu glauben, dass die Jungs so euphorisch sind, wo sie den Aufbau des Albums recht düster beschreiben. Psychedelische Rocksongs laden den Hörer auf einen sowieso schon lauten und unangenehmen Klangteppich ein und dann soll es auch noch dunkler und trauriger mit jedem Stück werden. Wem es gefällt... Der Rocktruppe aus der alternativen Ecke ist es schließlich alles andere als auferlegt nach Sonnenschein zu klingen.

Ob man die junge Truppe aus den Staaten nun schon kennt oder nicht, ist kaum von Belang, da sich ihr Stil doch stark gewandelt hat. Mit Produzent John Agnello (u.a. Sonic Youth) und dank des Einflusses einiger Bands des älteren Semesters fanden die Jungen gefallen, am dreckigen Klang des psychedelischen Rocks. Niederschlagen tut sich diese Liebe von der ersten Nummer an, wenn „In The Dark“ kraftvoll und fordernd auf den Hörer losgelassen wird. Laute Gitarren, treibendes Schlagzeug und dazu passender Gesang ergibt eine wahrlich dunkle Klangcollage, die hier und da jedoch eine Kraft ausstrahlt, die nicht ausnahmslos negativ zu sein scheint. Das beste Beispiel für diesen Eindruck ist das aufbegehrende Stück „Father Figure“, das sich aus den eigenen Schatten erhebt und in verrücktem Gitarrengefrickel Hoffnung aufkeimen lässt, nur um das anschließende „Quiet Kid“ möglichst finster beginnen zu lassen.

Menschen die den Frühling, Liebe und gute Laune herbeisehnen und nicht gleichzeitig ein Faible für kratzbürstige Gitarren und Angst einflößende Atmosphären hat, der wird an diesem Album schnell vorbeihuschen. Auch Freunde leiser Töne oder behutsam aufgebauten Rockwerken sollten sich den Kauf zwei Mal überlegen. Hier beherrschen nahezu ausnahmslos diese dreckig gespielten Gitarren die Szenerie. „By Design“ wiegt den Hörer nur in Sicherheit, wenn sogar Streicher die finstere Ballade begleiten, denn „Mob Scene“ wiederum wischt in gerade mal zwei Minuten den Boden mit köstlichen Riffs auf.

Nicht immer zünden die Songs so tadellos und so wirkt ein „Giving It All Away“ nahezu wie ein Popsong. Manche werden das sehr gut heißen, aber irgendwie fällt das Lied mit seiner allzu poppigen Grundstruktur aus dem Rahmen. Genauso wirkt „Semi-Thought“ zwar schön düster, dafür aber auch recht monoton. Insgesamt überwiegt die gute, schlechte Atmosphäre jedoch und sorgt dafür, dass es sich niemand zu bequem macht in den letzten Endes doch unterhaltsamen 36 Minuten. Genug der zehn Lieder laden zum sofortigen Drücken des Repeat-Knopfes ein und das ist bestimmt keine schlechte Eigenschaft.

Anspieltipps:

  • In The Dark
  • Mob Scene
  • Father Figure

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