Der Rest - Der Tisch Ist Gedeckt - Cover
Große Ansicht

Der Rest Der Tisch Ist Gedeckt


  • Label: Morgana Films/ALIVE
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Philipp Taraz ist seit Jahren als Musiker, Filmemacher und Produzent aktiv und stellt auf dem Album „Der Tisch ist gedeckt“ sein neues musikalisches Projekt Der Rest vor. Dazu zählt der Label-Waschzettel erst einmal alles auf, was das Hamburger Quartett nicht ist: Pop, Rock, Indie, Liedermacher. Aha! Doch was bleibt dann noch? Nicht wirklich viel, zumal die Jungs von Der Rest das Rad der Musik auf „Der Tisch ist gedeckt“ nicht gerade neu erfinden.

Deshalb trauen wir uns dann doch die verbotene Schubladisierung vorzunehmen und die Musik von Der Rest als soliden, handgemachten Indie-Songwriter-Rock mit deutschen Texten zu bezeichnen. Grundsätzlich würden die Hamburger damit sehr gut in das Portfolio des „Grand Hotel van Cleef“-Labels passen (Kettcar, Tomte). Wenn man dann noch Songs auffährt, die mit der erzählerischen Tiefe von Element Of Crime ausgestattet sind, nimmt die Lobhudelei fast schon Überhand. Aber es ist ja nicht so, dass „Der Tisch ist gedeckt“ vollkommen frei von Schwächen ist.

Philipp Taraz sprech-singt sich durch düstere Alltagspoesie, die er zusammen mit seiner Schwester Luisa verfasst hat und polarisiert dabei mit seiner (wenn man es wohlwollend neutral formuliert) markanten Stimme und ungewöhnlichen Texten, die den Hörer mit ihrer Direktheit fast schon belästigen. An diese beiden hervorstechendsten Merkmale in der Musik von Der Rest muss sich der Hörer erst gewöhnen, sonst wird er mit „Der Tisch ist gedeckt“ so seine Probleme bekommen und das durchaus feine Zusammenspiel aus akustischen Gitarren, Klavier, Kontrabass und Geigen nicht an sich heranlassen. So bleibt unterm Strich zwar ein ungewöhnliches, aber nicht wirklich zufrieden stellendes Album, das musikalisch einer groben Richtung folgt, sich aber (noch) nicht mit den Top-Acts dieser Sparte messen kann.

Anspieltipps:

  • Tief
  • Vorsicht
  • Wenn die Dämonen kommen

Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
Diskutiere über „Der Rest“
comments powered by Disqus