Darkest Era - The Last Caress Of Light - Cover
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Darkest Era The Last Caress Of Light


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Heidnisch, Keltisch, Mythologisch, Skandinavisch: Die häufigsten Schlagwörter im Metal des letzten Jahres waren eindeutig dem Pagan bzw. Viking Metal zuzuschreiben. Neue Alben altbekannter Helden (Falkenbach, Enslaved) oder mehr oder weniger vielversprechender Neuzugänge (Helrunar, Equilibrium) wurden unters Volk gebracht und mischten sich mit anderen Stilrichtungen (King Of Asgard, Eluveitie) oder als Standard angesehene Werke unterzogen sich einer optischen wie inhaltlichen Aufbesserung (Primordial). In diesem eingeschworenen Kreis wollen die Nordiren Dwayne Maguire (Gesang), Ade Mulgrew (Gitarre), Sarah Wieghell (Gitarre), David Lindsay (Bass) und Lisa Howe (Schlagzeug) nun als Darkest Era eine eigene Duftnote setzen, die nach einer Demo und zwei EP´s mit dem ersten Longplayer „The last caress of light“ dank eines Vertrages mit Metal Blade in die Nüstern einer breiteren Käuferschar gesetzt wird.

Die Etablierung im Genre könnte für Darkest Era angesichts einer nicht zu vernachlässigenden Parallele jedoch schwieriger werden als gedacht, denn diese stammt ebenfalls aus Irland und ist schon seit über zwei Jahrzehnten eine feste Größe bzw. einer der Vorreiter des Genres, an welcher sich Maguire & Co. leider recht üppig bedienen ohne viel Neues beizutragen. Primordial sind aber nicht der einzige Stolperstein für das „finstere Zeitalter“: Viel zu oft will der Fünfer nämlich eine dichte, packende Atmosphäre aus den Boxen donnern lassen, die stets einem ähnlichen Schema folgt und abgesehen von einigen Instrumentalpassagen bereits nach nicht einmal zwei Minuten den „Hab ich schon mal besser und eindringlicher gehört“-Effekt heraufbeschwört („Beneath a frozen sky“, „Heathen burial“, „To face the black tide“).

Selbst ein flotteres Vehikel wie „Visions of the dawn“ ergießt sich in Monotonie und lenkt viel zu spät eine Kurskorrektur ein. Doch genug kritisiert. „The last caress of light“ hat auch großartige Momente von wunderbarer Schönheit, die vielleicht ein paar Jahre zu spät dem heidnischen Metalhead angeboten werden, aber mit dem prächtigen „An ancient fire burns“, der an ein Traditional gemahnenden Nummer „Poem to the Gael“ und dem epischen, wirklich perfekt dargebotenen Abschluss „The last caress of light before the dark“, in der die Truppe mit dem Hörer eine emotionale Berg- und Talfahrt durchlebt, der in seinen ausgedehnten elf Minuten eine mitreißende Dramaturgie bietet um nicht auf halber Strecke schlapp zu machen, haben Darkest Era einige starke Argumente auf Lager um nicht vorschnell als ein weiterer Primordial-Ableger ad acta gelegt zu werden.

Anspieltipps:

  • Poem To The Gael
  • An Ancient Fire Burns
  • The Last Caress Of Light Before The Dark

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