Green Day - Awesome As Fuck - Cover
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Green Day Awesome As Fuck


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Awesome As Fuck” erscheint als CD+DVD-Set, wobei der Konzertmitschnitt auf DVD den kompletten Auftritt in Tokyo wiedergibt, während die CD eine Sammlung der besten Live-Performances rund um die Welt darstellt.

Die alte Business-Spielregel lautet: Einem „großen“ (sprich: kommerziell erfolgreichem) Studiowerk muss auch immer ein Live-Album folgen. Ausnahmen bestätigen zwar auch hier die Regel, doch bei dem US-amerikanischen Punkrock-Trio Green Day ist diesbezüglich alles beim Alten geblieben. Dem weltweit meistverkauften Longplayer des Jahres 2005, „American Idiot“ (09/2004), folgte mit „Bullet In A Bible” (11/2005) das Live-Pendant und nach „21st Century Breakdown” (05/2009), das einen Grammy für das beste Rockalbum des Jahres erhielt, erscheint nun „Awesome As Fuck” als aktuelle Live-Bestandsaufnahme.

„Awesome As Fuck” erscheint als CD+DVD-Set, wobei der Konzertmitschnitt auf DVD den kompletten Auftritt in Tokyo, Japan wiedergibt, während die CD eine Sammlung der besten Live-Performances rund um die Welt darstellt (u.a. aus England, USA, Deutschland, Österreich, Kanada und Australien). 17 Songs wurden auf diese Weise für die CD zusammengetragen, die durchaus noch Platz für drei, vier weitere Titel gehabt hätte, die man insbesondere vom aktuellen Studioalbum erwartet hätte. Dieses wird in dem Hitfeuerwerk nämlich etwas stiefmütterlich behandelt. Dafür stellt die Band mit „Cigarettes and valentines“ einen – wenn man so will –brandneuen Track vor. Das Album „American Idiot“ hatte ursprünglich den Arbeitstitel „Cigarettes & Valentines“ und der Track stammt aus den Aufnahmesessions. Neu ist eben nicht gleich neu...

Green-Day-Tourneen sind spätestens seit dem „American Idiot“-Album ein Multi-Millionen-Dollar-Tross, der durch die größten Hallen und Stadien der Welt zieht. Dass der aufgezeichnete Sound dementsprechend fett und mainstreamtauglich ist, versteht sich von selbst. Doch hier liegt auch ein wenig der Hase im Pfeffer. Green Day haben sich zu einer Band entwickelt, deren Songs selbst in konservativen Radioprogrammen rauf und runter gespielt werden („21 guns“, „Wake me up when september ends“). Dem scheinen Billie Joe Armstrong und Co. immer mehr Rechnung zu zollen, indem sie ihren in den vergangenen 20 Jahren (Green Day gründeten sich 1989) stark veränderten Fankreisen mehr und mehr Mainstreamfutter vorwerfen, mit dem sich sowohl Stadien-Konzerte als auch MOR-Radiostationen bedienen lassen.

Jugendliche Aufmüpfig- („Burnout“) und Kompromisslosigkeit („Geek stink breath“) lassen inzwischen jedenfalls arg zu wünschen übrig und tauchen das Programm auf „Awesome As Fuck” in ein Licht aus Hollywood-Varieté und kreischende Mädchen-Massen. Aber hey, die Jungs gehen inzwischen stramm auf die Vierzig zu und bringen nur ihre Schäfchen ins Trockene. Das ist okay, aber nur noch mäßig spannend.

Anspieltipps:

  • Holiday
  • Geek stink breath
  • Know your enemy
  • When I come around

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