Bored Man Overboard - Rogue - Cover
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Bored Man Overboard Rogue


  • Label: Hazelwood/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wieder einmal sind es Schweden, die mit einem Debütalbum unsere Aufmerksamkeit einfordern. Bored Man Overboard nennt sich die siebenköpfige Band, die mit „Rogue“ einen mehr als hörenswerten Erstling vorlegt. Abgemischt und produziert von Kaneoka One (Daniel Johnston, The Audience, King Khan etc.) im vergangenen Sommer.

„Rogue“ klingt bereits beim ersten Hören wie aus einem Guss, offenbart aber Feinheiten und Details erst nach und nach. Zunächst macht die Stimme von Sänger und Gitarrist David Khan auf sich aufmerksam. Deren Farbspektrum schillert zwischen Matt Berninger (The National), Stuart A. Staples (Tindersticks) und Brian Ferry. Von sehr hoher Qualität zeugen auch die ambitionierten Songstrukturen, die zwischen laut und leise, akustisch-ruhig und dunkel-rockig changieren. Die unmerklichen Übergänge, die ergreifenden Steigerungen und die melancholisch-magische Atmosphäre sind die hervorstechenden Merkmale dieser elf Songs.

Die feinfühlig agierende Art von Bass (Gutsaf von Essen) und Drums (Jakob Bjerkesjo) setzt ein Fundament zwischen sanften Akzenten und grollendem Donnern. Piano (Philip Lekstrom), Violine (Christopher Lekstrom), Trompete (Henrik Stalnacke) und E-Gitarre (Hamon Moravejzadeh) zaubern intensive und inspirierte Figuren, die sich im Wechsel an den warm-dunklen Gesang Khans schmiegen oder mit ihm emporschwingen. Mit derartigen Klängen werden immer wieder Assoziationen zu The National, Shearwater, Tindersticks und Arcade Fire freigesetzt. Selbst die dunkle Melancholie von Echo & The Bunnymen und Joy Division ist nicht weit, doch je öfter man „Rogue“ lauscht, desto mehr tritt die Originalität der Schweden hervor. Die Texte entsprechen dem Cover-Artwork, sie sind mythisch, geisterhaft, erzählen von Menschen, Emotionen und Resignation, reflektieren aber auch den magischen Sternenhimmel.

Im Internet sind Bored Man Overboard längst ein Geheimtip. Ihr orchestraler, kunstvoller IndieFolkrock wird niemanden kalt lassen, der Bands wie The National, Arcade Fire, Tindersticks oder Shearwater im Regal stehen hat. Wer im Besitz auch nur eines Tonträgers der genannten Bands ist, kommt an Bored Man Overboard ganz und gar nicht vorbei.

Anspieltipps:

  • A Wedding Dress
  • There Is No Room In This Evil Heart
  • 9th Grade
  • Sinner Song

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