DevilDriver - Beast - Cover
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DevilDriver Beast


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der bislang Devildriver´sche Höhepunkt „Pray For Villains“ (07/2009) klingelt noch immer in den Ohren, da schaut schon der Nachfolger um die Ecke und will auf Teufel komm´ raus um Aufmerksamkeit buhlen. „Beast“ heißt das gute Stück und wer Songtitel wie „Talons out (Teeth sharpened)“ oder „You make me sick“ auf der Trackliste hat, muss auf irgendetwas ganz schön schlecht zu sprechen sein. Die Fans können es jedenfalls nicht sein, denn die haben die vierte Langrille von Dez Fafara (Gesang), Mike Spreitzer (Gitarre), Jeff Kendrick (Gitarre), Jon Miller (Bass) und John Boecklin (Schlagzeug) immerhin auf den 35.Platz in den Billboard Charts gehievt, was in Amerika hinsichtlich der unterschiedlichsten, metallischen Chartbreaker keine große Kunst mehr ist, aber für eine Truppe, die für ihr Debüt (10/2003) von vor acht Jahren noch kollektive Kritikerschelte bekommen hat, sicherlich eine Wohltat.

Zu welchen Höhen das „Beast“ im Stande ist, wird sich noch zeigen, im direkten Vergleich zum perfekt inszenierten und wuchtigen „Pray for villains“ ist das fünfte Werk der Kalifornier schon mal eine ungleich sperrigere Angelegenheit. Boecklins vorzügliche, dezent in den Vordergrund gemischte Hand- und Fußkoordination spielt dabei keine unwesentliche Rolle, trotzdem ist es vor allem das verschachtelte Songwriting, das den ersten Durchgang von „Beast“ zu einer wahren Tortur macht. Wo sind die genialen Riffattacken, das groovende Thrash/Death-Korsett, die unbeschreiblich-zornigen Wutausbrüche Fafaras oder die blutrünstigen Anleitungen zum Kopf-gegen-die-Tischplatte-hämmern? Alles wirkt total konstruiert, unnötig progressiv oder gar nach dem „Metal nach Zahlen“-Prinzip zusammengeschustert, bei dem ein paar Färbtöpfe durcheinandergeraten sind, die einen sinnvollen Fluß verwehren.

Doch keine Angst! Sobald sich der Frust über einen möglichen Rohrkrepierer gelegt hat und einwandfreie Nackenbrecher wie „Bring the fight (to the floor)“, „You make me sick“, „Coldblooded“ oder „The blame game“ in den Vordergrund getreten sind, kommen auch die vermeintlich weniger repräsentativen Kompositionen zum Zug und wissen zu unterhalten. Diese treffen zwar nicht immer ins Schwarze und erinnern mehr an die Phase „The Last Kind Words“ (06/2007) oder noch früher, weisen wegen ihrer undurchsichtigen Konstruktion allerdings einen ganz eigenen Charme auf, dessen Kontrast zu den üblichen Devildriver-Zutaten mit jeder weiteren Umdrehung an Charme und Chuzpe zunimmt. Äußerst selten schaut der Fünfer dafür bei anderen Gruppierungen ab („Crowns of creation“ könnte durchaus von As I Lay Dying stammen), sondern konzentriert sich auf die eigenen Stärken mit mal mehr, mal weniger gelungenen Twists, doch gerade dieser Erhalt der Eigenständigkeit lässt „Beast“ letztendlich wieder als Sieger aus dem Ring steigen.

Fazit: „We didn´t simply re-issue a sound we found that worked, which most bands will do especially on their fifth, sixth or seventh record. We tried to break some boundaries and stretch the genre open. We keep redefining ourselves.” erklärt Fafara folgerichtig. „Pray for villains“ mag vor 1 1/2 Jahren seine Klauen wesentlich präziser und zielorientierter ins Fleisch des geneigten Hörers versenkt haben, „Beast“ ist hingegen heimtückischer und durchtriebener. Über die Dauer der Aufenthaltsgenehmigung im Player entscheiden dann wohl letztendlich die persönlichen Vorlieben jedes Einzelnen.

Anspieltipps:

  • Dead To Rights
  • Black Soul Choir
  • You Make Me Sick
  • Crowns Of Creation
  • Bring The Fight (To The Floor)

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