Three Chord Society - Sanguinity - Cover
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Three Chord Society Sanguinity


  • Label: 141 Records/New Music Distribution
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine anfangs noch etwas flügellahme Vorstellung, die nach verhaltenem Einstieg dann doch noch in Fahrt kommt.

Die Zeiten sind düster? Die Wirtschaft im Keller? „Sanguinity“ heißt das Zauberwort für alle Pessimisten und Schwarzmaler, mit dem die Bad Segeberger Three Chord Society zum Frontalangriff gegen schlechte Zukunfstaussichten und Schwermut im Hier und Jetzt bläst. 2003 gegründet haben sich Ben Braun (Gesang, erinnert stellenweise frappant an Gavin Hayes von Dredg), Nils Müller (Gitarre), Manuel Endtricht (Gitarre), Jan Reimers (Bass) und Felix Henker (Schlagzeug) neben ihren beiden Alben „What remains“ (2005) und „Three Chord Society“ (2007) vor allem durch ihre mitreißenden Bühnenshows mit Alkaline Trio, Boysetsfire, Itchy Poopzkid und den Donots einen Namen gemacht und wollen diese positiven Anlagen nun weiter ausbauen. Apropos Donots: Neben Produzent Olman Viper (ZSK, The Turbo-ACs, Montreal) ist auch Gitarrist Guido Knollman als unterstützende Kraft bei den Studioaufnahmen dabei gewesen um die Three Chord Society auf das nächste Level zu hieven.

Herausgekommen ist eine anfangs noch etwas flügellahme Vorstellung, die nach ihrem verhaltenen, unspektakulären Einstieg zwischen Pop-Punk („Alright“, „The swan song“) und melodischem Hardcore („Death of a nation“) erst so richtig mit dem schnittigen „For the record“ in Fahrt kommt. Danach fällt es jedenfalls schwer Füller oder negatives Material ausfindig zu machen, da jede Nummer über ihren eigenen Charme verfügt und sofort im Ohr stecken bleibt. Egal ob „I am an ocean“ durch das Wechselspiel aus nachdenklicher Strophe und aufbegehrendem Refrain aus dem Vollen schöpft, „The bright side“ mit eindringlichem Rhythmus auf sich aufmerksam macht, „Big day out“ das erfrischende Äquivalent zu einem Sonnenuntergang am Strand mit Freunden darstellt oder „Found away“ einen an und für sich schlichten Punkrocker zu einer einzigartigen Hymne umfunktioniert, „Sanguinity“ ist wie geschaffen für den aufkeimenden Frühling und weckt ähnlich wie „So long, Astoria“ (03/2003) von The Ataris unzählige Erinnerungen an die gute, alte Zeit als alles noch etwas sorgenfreier vonstatten ging.

Gut, eine kleine Unstimmigkeit gibt es doch, denn inmitten der endorphinversprühenden Glückseligkeit baut der Fünfer das balladeske „Home“ ein, das den ausgezeichneten Melodiefluss etwas stört. Wirklich übel nehmen kann man Three Chord Society diesen Ausrutscher jedoch nicht, schließlich gibt es genügend Entschädigung auf „Sanguinity“. Die Zukunft sieht für die Deutschen mit ihrem süchtig machenden Konglomerat aus dem Besten der Punkrock/Emo/Hardcore-Szene (The Juliana Theory, Jimmy Eat World, Paramore, The Ataris und ein bisschen Blink 182) jedenfalls mehr als rosig aus und dafür müssen die fünf Herrschaften nicht einmal große Optimisten sein. Ihr Album anzuhören genügt völlig.

Anspieltipps:

  • Big Day Out
  • Found Away
  • I Am An Ocean
  • The Bright Side

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