Glasvegas - Euphoric Heartbreak - Cover
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Glasvegas Euphoric Heartbreak


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Glasvegas setzen ihre melodieverliebte Ader zugunsten einer Keyboard-Orgie aufs Spiel.

Für die Aufnahme eines Albums ist der Studio-Ort gar nicht so unwichtig. So haben die Schotten von Glasvegas ihr Debütalbum z.B. in ihrer schönen urigen Heimat aufgenommen und es war weltweit erfolgreich. Das zweite nun vorliegende Werk wurde in einem Strandhaus in Santa Monica (USA, Florida) komponiert und aufgezeichnet – und das hört man auch! Doch nicht nur deshalb klingen „Glasvegas“ (2009) und „Euphoric Heartbreak“ recht unterschiedlich.

Glasvegas wurden durch eine Mischung aus BritPop und Alternative Rock gepaart mit viel Melancholie bekannt, ihr Markenzeichen sind pathetische einfache Hymnen, die zurecht Erfolge feierten. Der Schlagzeugerin McKay wurde der rasante Aufstieg zu viel und nun bedient eine junge Schwedin namens Jonna Löfgren die Sticks.

Kein Geringerer als Mark Ellis alias The Flood (Nine Inch Nails, Depeche Mode, The Killers, U2) ging beim Zweitwerk als Produzent an Bord, als Komponist dieser elf Songs zeichnet das Mastermind James Allan verantwortlich. Nachdem der merkwürdige Startsong vorbei zieht, eine Mixtur aus Gemurmel und Keyboardspielereien, beginnt mit „The World is yours“ der Longplayer erst so richtig: Es klingt alles sehr bombastisch und keyboardverliebt, einzig die knödelige und eindringliche Stimme von James kämpft wacker gegen diese Klangteppiche, die ansonsten alles verschlucken. Bei „Euphoria take my hand“ kann man sich das mitsingende Stadion visuell vorstellen, allerdings bleibt die Frage, ob Glasvegas als U2-Klon enden wollen oder ihr eigenes musikalisches Ding machen wollen. Die kalifornische Sonne beeindruckte den Songwriter Allan und The Flood anscheinend sehr, der Stadionfaktor wird allerdings zeitweise übertrieben.

„Whatever Hurts You Through The Night“ gehört zu den ergreifenden Balladen, die zwar sehr schön klingen, aber haarscharf am Pathos-Overkill vorbeischrammen. „Lots sometimes“ bleibt etwas mehr auf dem Teppich statt wie andere Tracks in den Synthesizer-Wolken zu verschwinden und auch „Shine Like Stars“ gefällt mit Ohrwurmgarantie ohne zu verkleben, weil es schön rockt, die Synthesizer bleiben trotzdem omnipräsent. Einige Songs gewinnen mit jedem Hördurchgang an Qualität, doch fallen auch einige zu wenig auf um dauerhaft hängen zu bleiben, das kann man dann nur als solide bezeichnen.

Leider erreichen Glasvegas nicht die Qualität ihres wirklich guten Debüts und setzen ihre erdige melodieverliebte Ader zugunsten einer Keyboard-Orgie aufs Spiel. Das ist schade und wird hoffentlich beim nächsten Album korrigiert.

Anspieltipps:

  • Shine like stars
  • You
  • Lots Sometimes

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