Cut Copy - Zonoscope - Cover
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Cut Copy Zonoscope


  • Label: Modular/Rough Trade
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Zonoscope“ schafft es nur auf den gehobenen Durchschnitt.

Im Jahr 2008 hatte die australische Band Cut Copy mit „In Ghost Colours“ ein klasse Elektro-Pop-Album vorgelegt, welches eine Version von Clubmusik suggerierte, die sich weniger der Ekstase hingab, sondern durch seine innere Ruhe und angenehme Zurückhaltung bestach. Geschickt wurden Akustikgitarren in die locker tanzbaren Beats gemischt und atmosphärische Klänge entworfen, zu denen man auch schon mal hätte träumen können, wenn der nächste catchy Refrain einen nicht davon abgehalten hätte. Nun verhält sich dieses positive Beispiel einer Cut Copy-Platte etwas konträr zum neusten Output, genannt „Zonoscope“, auf dem auch wieder alle Trademarks der Band zum Zuge kommen, aber nur noch halb so interessant wirken.

Dabei ist dem Quartett mit „Need You Now” noch eine zwar wenig innovative, doch durchweg gelungene Eröffnung gelungen: Da ist Dan Whitfords typisch verschlafener, etwas nasaler Gesang, dem böse Zungen auch einen Pesönlichkeitsmangel vorwerfen könnten. Da sind die sich langsam entwickelnden, spacigen Beats, die den Song immer weiter aufschichten. Doch was dann folgt, lässt einen eher ratlos zurück: „Take Me Over” und „Where I'm Going” sind Songs, die im gemächlichen Tempo voranschreiten und denen jegliche Ideen fehlen, von einer einprägsamen Hook mal ganz zu schweigen. „Pharaohs & Pyramids” und „Blink & You'll Miss A Revolution” machen da mit ihren luftigen sowie verspielten Beats wieder einiges besser, insbesondere weil hier auch auffällt, wie gut die Musik produziert ist: Zeitweise ist es schon verblüffend, wie sich einzelne Sounds aus dem Nichts zwischen die restlichen Spuren schieben und elegant den Track in eine neue Richtung lenken (insbesondere bei „Pharaohs & Pyramids”). Bei „Blink & You'll Miss A Revolution” verstellt Whitford auch mal seine Stimme, gibt eine etwas andere Facette seines Gesangs preis, während sich auf einmal ungewohnte Streicher dazwischen mogeln. So kann man hier nicht nur wieder ordentlich mit dem Kopf nicken, sondern auch mal mit einem Lächeln im Gesicht zuhören.

Doch dies sind positive Ausnahmen in der Mitte eines Albums, das sich einfach zu sehr mit guten Songs zurück hält. Zudem ist „Zonoscope“ über weite Strecken auch nur ein Abklatsch des tollen zweiten Albums. All die Halleffekte („This Is All We've Got“), die subtil melancholische Stimmung („Hanging Onto Every Heartbeat“), die schrägen Gitarren („Alisa“) und die blinkende Elektronik („Corner Of The Sky“) hieven das Album nicht auf ein höheres Level, hier hätte es mehr Kreativität gefordert. Zum Schluss haben Cut Copy jedoch noch ein Ass im Ärmel: Mit „Sun God“ wird es ungewohnt episch, dies belegen schon die 15 Minuten Spielzeit. Wuchtige Drums setzen ein, Stimmungen werden über längere Zeiträume aufgebaut und wieder gekippt, sphärische Synthies führen den Song von einem Teil zum nächsten. Hier zeigt sich auch noch einmal, dass „Zonoscope“ weitaus weniger poppig ist als sein Vorgänger. Ein Highlight, das nur am Ende dieses Albums stehen kann. So schafft es „Zonoscope“ dann doch noch auf den gehobenen Schnitt.

Anspieltipps:

  • Need You Now
  • Pharaohs & Pyramids
  • Blink & You'll Miss A Revolution
  • Sun God

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