Bright Eyes - The People´s Key - Cover
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Bright Eyes The People´s Key


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl das Bright Eyes Album „Cassadaga“ bereits vor vier Jahren erschien, war Mastermind Conor Oberst keineswegs untätig. 2008 erschien sein titeloses Solodebüt und mit „Outer South“ hat er in Zusammenarbeit mit seiner Mystic Valley Band ein formvollendetes Americana Album eingespielt, das in der kaum mehr überschaubaren Veröffentlichungsflut dem ein oder anderen entgangen sein dürfte. Es sei an dieser Stelle nochmals nachhaltig empfohlen.

„The People’s Key“ wird mit dem Stück „Firewall“ eröffnet. Ein Spoken-Word-Text (von einem 60-jährigen Biker und Schamanen namens Denny Brewer) leitet den Song ein, der nach und nach in sanfte Klänge übergeleitet wird, die schließlich auf Conor Obersts unverwechselbare Stimme treffen. Mit derselben Eindringlichkeit wird „Shell Games“ vorgetragen, variables Tasten-, Saiten- und Rhythmusspiel geben dem Song einen optimistischen Anstrich, der sich auch durch „Jejeune Stars“ zieht. Dunkler geriet „Approximate Sunlight“, das mit vibrierend mäandernden Stromgitarren den Horizont ausleuchtet. Conor Oberst sagt, dass „The People’s Key“ sein „bislang rockigstes“ Album in der 16-jährigen Bright-Eyes-Geschichte geworden sei. So ganz will man ihm nicht zustimmen, es ist das vielleicht rhythmischste geworden, bei dem mehr Tasten- als Saitenspiel die Kompositionen bestimmen. Dagegen kann man natürlich den Song „Triple Spiral“ anführen, ein tatsächlich nach vorne rockender Song.

Entscheidender ist naturgemäß das Songwriting und das hat auch auf „The People’s Key“ das von Bright Eyes erwartete hohe Niveau. Neben Oberst (Vocals, Guitars, Pianos, Keyboards) haben Mike Mogis (Guitars, Pedal Steel, Effects, Programming, Percussion) und Nathaniel Walcott (Synthesizers, Pianos, Organs, Mellotron) für einen stimmigen Gesamtsound gesorgt. Als Gäste fungierten unter anderem Andy LeMaster, Carla Azur, Matt Magin und Laura Burhen von The Mynabirds.

Nach dem orchestralen „Cassadaga“ spielen Bright Eyes auf „The People’s Key“ ausgeklügelten, rhythmischen, manchmal rockigen Songwriter-Pop, der weder Synthie- noch Dream-Pop sein will und doch jene Bereiche tangiert. In gewissem Maße ist „The People’s Key“ auch eine geglückte Verschmelzung sowie Weiterentwicklung der 2005 gleichzeitig erschienenen und gegensätzlichen Werke „I’m Wide Awake It’s Morning“ und „Digital Ash In A Digital Urn“. Das aktuelle Album puzzelt sich nach und nach im Kopf des Hörers zusammen und gibt sukzessive unentdeckte Details frei. Ein weiterer gelungener Baustein im Bright-Eyes-Kosmos. Zum Zuhören, Eintauchen, Entdecken und Genießen!

Anspieltipps:

  • Firewall
  • Approximate Sunlight
  • A Machine Spiritual (In The People’s Key)
  • Ladder Song

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