Christian Kjellvander - The Rough And Rynge - Cover
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Christian Kjellvander The Rough And Rynge


  • Label: Startracks/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der schwedische Singer/Songwriter Christian Kjellvander hat schon einige Jährchen und Longplayer auf dem Buckel. Mit seinem zuletzt erschienenen Album „I Saw Her From Here / I Saw Here From Her“ (2007) ging er auf eine ausgiebige Tour, die ihn durch feinste Konzertsäle, Wohnzimmer oder auf Pariser Hochhausdächer führte. Nach einer dreimonatigen Nordamerikatour war Kjellvanders Befindlichkeit zwiespältiger Art. Einerseits angetan von den wunderschönen Orten und warmherzigen Menschen, andererseits verzweifelt über den Lauf der Welt und seine eigene eingeschlagene Richtung mit dem Kampf für mehr Freizeit, der Gier nach neuen Erlebnissen und dem Fluch des Konsums. Was folgte war der Rückzug aufs Land, das Finden der inneren Ruhe und schließlich das Entstehen neuer Songs.

Der Titel „The Rough And the Rynge“ vermittelt jenen Zwiespalt, der zum aktuellen Album führte. Der raue Weltenlauf, die eigene Befindlichkeit und der Ort Rynge Castle, eine Scheune an einem Haus in einem kleinen Dorf, die eine Art neue Heimat für den Künstler geworden ist. Einiges auf „The Rough And Rynge“ ist dementsprechend anders als auf dem Vorgänger, die innere Ruhe trifft auf die rauen Zeiten. Innen- und Außenwelten wurden in zehn Songs gegossen.

Ein dramatischer Trommelwirbel eröffnet den in der Fortsetzung ruhigen Song „Transatlantic“, der von Kjellvanders warmer Stimme und weichen, melancholischen Americana-Klängen getragen wird. Mit ähnlichen Mitteln – jedoch ein wenig optimistischer – kommt „Bad Hurtn“ daher. Auf „Freighter Boat Blue“ kommen eine weibliche Harmoniestimme und lediglich die akustische Gitarre zum Einsatz. Der melodieselige »Slow Walk In The Country« hat wieder diese wohlig-vertrauten Americana-Klänge mit patschenden Besendrums, federndem Bass, weichen Gitarrenklängen und immer wieder ist es die Stimme Kjellvanders, die voller harmonischer Ausdruckskraft den Songs den letzten Schliff verpasst.

Die weibliche Stimme sorgt auf dem dramatisch geheimnisvollen „Blue Tit / Red Kite“ für Harmonie, wogegen „The Truth“ mit zurückgenommener Instrumentierung glänzt. Der melancholisch-melodischen Schönheit des „Gardner River“ folgt das nachdenkliche „Oregon Coast“. Der „Long Distance Runner« mäandert zwischen Traurigkeit und Schönheit, dem Rauen und dem Friedlichen. Die längste Tradition auf Erden haben das Leben und der Tod, der letzte Titel von „The Rough And The Rynge“ trägt den entsprechenden Titel: „Death (The Great Tradition)“ und rundet ein nachdenklich-melancholisches, gleichzeitig warm-melodisches Album ab. Man spürt, dass Christian Kjellvander seinen eigenen Weg geht und diesem ein zeitloses, vielleicht sogar aus der Zeit gefallenes Werk abgerungen hat.

Anspieltipps:

  • Transatlantic
  • Slow Walk In the Country
  • Gardner River
  • Long Distance Runner

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