Betzefer - Freedom To The Slave Makers - Cover
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Betzefer Freedom To The Slave Makers


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Als problematisch gestalten sich die Ideen hinter den Songgerüsten, die zu wirr umgesetzt sind, als dass sie auf Anhieb oder auf lange Sicht begeistern würden.

Betzefer legen mit „Freedom to the slave makers“ endlich ihr zweites Album vor. Betze-Wer? Okay, eine kurze Vorgeschichte ist wohl angebracht: Die israelischen Landsmänner Avital Tamir (Gesang), Matan Cohen (Gitarre), Rotem Inbar (Bass) und Roey Berman (Schlagzeug) lernen sich in der Schule kennen und teilen die Liebe zu arschtretendem Hardcore Metal, der nach der Gründung 1998 und der Benennung in Betzefer (der Name leitet sich vom Wort „beit hasefer“, was soviel wie Schule heißt, ab) mit den zwei EPs „Some tits but no bush“ (2001) und „New hate“ (2003) langsam länderübergreifend in Fahrt kommt. „Down low“ (2005) erscheint zwei Jahre später bei Roadrunner Records als Longplayerdebüt und erntet wohlwollende Kritiken, die der Truppe wegen ihrer gelungenen Mischung aus Pantera, Soulfly und Hatebreed einige verkaufsfördernde Vorbandposten einbringt.

Seitdem arbeiten Tamir & Co. an einem Nachfolger, der die in alle Richtungen verstreuten Schäfchen wieder zurück ins Boot holen soll. Im Gegensatz zu einer Band vom Kaliber Crowbar, die letzte Woche ebenfalls nach sechsjähriger Wartezeit ihr neuestes Opus „Sever the wicked hand“ vorgestellt und damit zu alter Stärke gefunden hat, fehlt es Betzefer jedoch an Erfahrung nach einer derart langen Durststrecke ein mehr als überdurchschnittliches Werk vorzulegen, wie „Freedom to the slave makers“ leider unter Beweis stellt. Der Druck mag groß gewesen sein, noch dazu wenn es sich um die sogenannte „Make it or break it“-Scheibe handelt, wirklich anzumerken ist er den einzelnen Mitgliedern während der zehn Kompositionen allerdings nicht. Als problematisch gestalten sich hingegen die Ideen hinter den Songgerüsten, welche zu wirr umgesetzt sind, als dass sie auf Anhieb oder auf lange Sicht begeistern würden.

Da jagen Pantera angriffslustig Agnostic Front, erlegen kurzerhand Devildriver, laden zur ausgelassenen Machine Head-Aftershow und schlürfen zum Ausklang genüßlich einen Lamb Of God-Cocktail. Wem das schon zu inkonsequent erscheint, der sollte um den Betzefer-Zweitling einen weiten Bogen machen. Dummerweise ist auch hartgesottenen wie aufgeschlossenen Metalheads „Freedom to the slave makers“ schwer zu empfehlen, denn hat man sich erst einmal an eine fett groovende Breitseite gewöhnt oder die unzähligen Falltüren einer Komposition gemeistert, geht die Substanz meist schnurstracks flöten und die Halbwertszeit schnalzt in den Keller. Ist Stillstand an und für sich kein besonders gutes Verkaufsargument für eine Band, Betzefer hätten es im Vergleich zu ihren spärlich gesäten Lichtblicken und dem letztendlich heillosen Durcheinander dringend benötigt.

Anspieltipps:

  • Heaven Sent
  • Feels So Right
  • Song For The Alcoholic

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