Destruction - Day Of Reckoning - Cover
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Destruction Day Of Reckoning


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

2½ Jahre sind seit der Jubiläumsplatte „Devolution“ (08/2008) vergangen, doch statt eines längeren, akustischen Solos zu Beginn wird auf „Day of reckoning“ gleich nach 15 Sekunden die Thrashkeule geschwungen und mitten in der Fresse versenkt. „The price“ für den Ungehorsam einiger Destruction-Anhänger, den Vorgänger aufgrund seiner gezügelteren Gangart zu mißbilligen, folgt auf dem Fuß: Marcel „Schmier“ Schirmer (Gesang, Bass), Mike Sifringer (Gitarre) und der für Marc Reign eingesprungene Unsun-Schlagzeuger Wawrzyniec „Vaaver“ Dramowicz hacken dir die Bude in kleine Stückchen und wer dem Abrisskommando in die Quere kommt, ist ebenfalls dran. Baupläne wie „Hate is my fuel“, „Armageddonizer“ oder eben „Day of reckoning“ sprechen schließlich eine deutliche Sprache.

Durch diesen übermäßigen, teutonischen Testosteronausstoß bleibt jedoch wenig Zeit um nachhaltige Kompositionen zu zimmern, die über die Messlatte für einen amtlichen Destruction-Thrashprügel hinausgehen. Der Groove hat zwar ebenfalls seine fetten Finger im Spiel („Devil´s advocate“, „Sorcerer of black magic“) oder es wagen sich weniger spannende Breitseiten zwischen die Fronten („The demon is god“, „Church of disgust“), aber hauptsächlich verarbeiten die Süddeutschen mit ihren Äxten und Doublebassgeschoßen alles in technischer Perfektion zu Kleinholz („Misfit“, „Destroyer or creator“, „Sheep of the regime“), während Schmier in krächzend-angepisster Manier die erforderlichen Anweisungen gibt.

Auf der Einkaufsliste für Thrashfetischisten sollte „Day of reckoning“ jedenfalls ganz oben stehen, immerhin weiß der Dreier im Vergleich zu so manchem Junggemüse wann und vor allem mit welchem Nachdruck ein unzähmbares Riffgeschwader auf den Hörer niedergehen soll, ohne dass es zum Blindgänger wird. Nichtsdestotrotz ist diese wuchtige Verjüngungskur, die durchaus stilistische Parallelen zu „Eternal devastation“ (07/1986) schlägt, auf Dauer keineswegs der Stein der Weisen und etwas mehr Umsicht ist beim nächsten Output (vielleicht zum 30er?) auf jeden Fall erwünscht. Der Platz im deutschen Thrash Metal-Triumvirat mit Sodom und Kreator bleibt durch solche Lappalien aber ohnehin unangetastet, also darf es auch ruhig ein weiterer, deftiger Vorschlaghammer der Güteklasse (A)ufs Maul sein!

Anspieltipps:

  • The Price
  • Devil´s Advocate
  • Sheep Of The Regime
  • Sorcerer Of Black Magic
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