Elane - Arcane: Music Inspired By The Works Of Kai Meyer - Cover
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Elane Arcane: Music Inspired By The Works Of Kai Meyer


  • Label: Curzweyhl/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Jeder Titel ist ganz der Inspiration des jeweiligen Werks hingegeben, kein Track klingt gleich.

Die Band Elane, gegründet 2001 im Sauerland, legt mit „Arcane“ ihr viertes Studioalbum nach „The Fire Of Glenvore“ (2004), „Lore Of Nén“ (2006) und „The Silver Falls“ (2008) vor. Joran Elane (Gesang, Tin Whistle, Low Whistle), Skaldir (Gitarre, Gesang, Orchestrale Arrangements), Nico (Keyboard, Orchestrale Arrangements, Gesang) und Simon (Violine, Bratsche) haben sich dabei etwas ganz besonderes ausgedacht, denn der vorliegende Silberling ist ein Konzeptalbum, das die Werke des berühmten deutschen Fantasyautoren Kai Meyer musikalisch umsetzt.

Kai Meyer, geboren 1969 in Lübeck, ist einer der bekanntesten deutschen Phantastiker. Bekannt wurde er unter anderem durch „Die Fließende Königin“ (2001), für die er 2003 für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Inzwischen kann er auf eine stolze Bibliographie von rund 50 Romanen für Erwachsene und Kinder zurückblicken, von denen viele inzwischen in 27 Sprachen übersetzt wurden. „Göttin der Wüste“ (1999), lieferte die Inspiration zu den ersten beiden Tracks des Albums. Das Buch selbst führt ins Südwestafrika des Jahres 1903 und konfrontiert Hauptfigur Cendrine Muck und Leser auf unheimliche und fantastische Art und Weise mit den Mythen und Geheimnissen des Landes. Eben diese unheimliche Spannung greift schon das Intro „The Gift“ auf. Das Gefühl eines Windhauchs, ein Moment der Melodie, Rascheln und Knacken – großartig und Gänsehauterweckend. Die Stimme von Sängerin Joran wirkt in „Heart of the Desert“ mächtig auf den Hörer. Leider hat man das Gefühl, dass ihr in manchen, vor allem eher langgezogenen Parts ein wenig die Leichtigkeit fehlt.

Die „Sturmkönige“-Romane (2008/2009) führen den Leser in einen phantastischen Orient, auf eine Reise mit dem fliegenden Teppich zu Dshinns und anderen Sagengestalten. Genau dort hin fühlt man sich schon mit dem Instrumentaltrack „Samarkand“ versetzt. Orientalische Klänge in Melodie und textloser Gesangslinie ziehen genau in diese Welt und regen zum Träumen an. „Arcane Ride“ ist deutlich rockiger und wird vom mehrschichtigen Gesang Jorans bestimmt. Sehr tragend, was im starken Kontrast zu der eher schnelleren, gitarrenlastigen Instrumentierung steht. Der phantastische historische Roman „Herrin der Lüge“ (2006) führt in die Zeit der Kreuzzüge, genauer gesagt ins Jahr 1204. Der von diesem Buch inspirierte Track „Magdalena“ ist der erste richtige Ohrwurm des Silberlings. Sanfte Instrumentierung, Jorans tiefe Stimme und die richtigen Effekte schaffen einen Wow-Effekt, der definitiv zu begeistern weiß!

Acht Tracks wurden von dem ebenfalls phantastisch historischen Roman „Loreley“ (1998) inspiriert, den Kai zunächst unter seinem Pseudonym Alexander Nix veröffentlichte und der den Leser ins Jahr 1320 in besagte Titel gebende Region der Loreley am Rhein führt. „Wasser und Fels“ dient als Intro in diesen Themenblock, schafft dieses auch klangstark und Gänsehautbereitend. Auch bei „Die Geheime Melodie“ verliert man mit klangvollen Effekten den Gedanken an das gerade erschaffene Wasser nicht und hat auch zeitgleich das Gefühl dass sich Elane nun ganz in ihrem Wohlfühlbereich bewegen. Der Titel entwickelt sich mittelalterlich angehaucht und stark, bleibt dabei wie sein Vorgänger rein instrumental. „My Ivory Fairy“, der erste Track mit deutschen Lyrics, schafft es problemlos an den Wow-Effekt von „Magdalena“ anzuknüpfen. Ruhig, imposant und begeisternd. „Abendruf“ ist zwar kaum mehr als ein Windhauch, sowohl in Gesangs- wie Instrumentallinie, allerdings nicht weniger beeindruckend. „Lurlinnight“ bleibt in seiner Gesamtheit ebenso ruhig, begeistert aber vor allem durch mehrstimmigen, zarten Gesang. Während „Spinnenhaus“ und „Dämmertal“ weitere Instrumentaltracks sind, überzeugt „Deae Noctis“ nochmals als eher düsterer Gesangstrack.

Die letzten beiden Titel des Albums wurden durch „Das zweite Gesicht“ (2002) inspiriert, das den Leser in die Zeit der Stummfilme führt und natürlich auch eine Spur Geheimnisvolles enthält. „Masken“ ist der einzige Track, der rein von männlichen Vocals gesungen wird. Tiefer Bass, der unter die Haut geht. Auch bei „Godess of the Night“ begeistern sie mit Außergewöhnlichkeit in Instrumentierung und mehrstimmigen Gesang. Mit „Arcane“ legen Elane ein Album vor, das durch Kreativität und Abwechslungsreichtum beeindruckt. Jeder Titel ist ganz der Inspiration des jeweiligen Werks hingegeben, kein Track klingt gleich. Immer wieder wissen sie dabei mit neuen Elementen zu überraschen und zu verzaubern. So macht Musik Spaß!

Anspieltipps:

  • Samarkand
  • Magdalena
  • My Ivory Fairy

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