Sean Rowe - Magic - Cover
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Sean Rowe Magic


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Von Sean Rowe darf man noch einige magische Werke erwarten!

Wenn ein Singer/Songwriter einem Album den Titel „Magic“ verpasst, leuchten erstmal alle Warnlampen auf, denn das Magische lässt sich nicht vorherbestimmen und stellt sich schon gar nicht von selbst ein. Dementsprechend gering ist die Erwartungshaltung und mit einer gehörigen Portion Skepsis wandert die CD in den Player. Zunächst lässt die Stimme des New Yorkers Sean Rowe aufhorchen. Mit emotionaler Tiefe trägt er seine Lyrics, die inhaltlich um Kindheit, Liebe, Unschuld, Natur und die dunklen Seiten des Lebens kreisen, vor.

Von Kindesbeinen an hatte Sean Rowe ein Faible für Natur und Musik. Er besuchte mit seiner Tante naturgeschichtliche Museen und tauchte ein in die Welt des ursprünglichen Amerika. Heutzutage unternimmt er immer wieder 30-Tage-Trips in die Wildnis, nur mit einem Messer und einem Rucksack Kleidung ausgestattet. Sein Vertrauen in die Natur ist unerschütterlich, gleiches gilt für die Musik. Sein Album „Magic“ nahm er in Troy, New York in einem Raum über einem Restaurant auf, das ehemals von Seans Großvater geführt wurde. Den Aufnahmeprozess beschreibt der Amerikaner als intim und unglaublich spezifisch. Seine Absicht war es einen Abgrund zu kreieren, den Hörer in eine vertraute Dunkel- und Verlorenheit zu entführen.

Die Instrumentierung auf „Magic“ ist sparsam, Rowes Spiel auf der Gitarre zeichnet einfache, dennoch wirkungsvolle Figuren. Schlagzeug und Bass bleiben meistens dezent im Hintergrund, im Mittelpunkt stehen der Sänger und der Song. Rowes Baritonstimme strahlt viel Wärme und emotionale Tiefe aus, die Kompositionen wirken introvertiert, erreichen jedoch den aufmerksamen Hörer mit einer Intensität, die sich mit jedem Durchlauf zu steigern scheint. Hin und wieder trägt eine weibliche Harmoniestimme, ein Cello oder ein Piano zur atmosphärischen Verdichtung bei, doch letztlich ist es der Sänger und sein Song, der zu verzaubern weiß. Wer sich darauf einlässt kann sich in diesen Songs tatsächlich verlieren ohne darin unterzugehen. „Magic“ ist zwar ein melancholisches, ja auch trauriges Album, aber Rowes Liebe zur Musik lässt den Hörer niemals allein. Das Verlorene wird vertraut, der Blick in den Abgrund führt zur Selbsterkenntnis. Sein, Schein, Traum und Wirklichkeit als ununterscheidbare, nicht mehr auseinanderzuhaltende Welten.

Vergleiche mit anderen Künstlern drängen sich bei Sean Rowe nicht auf, denn seine Stimme hat etwas Unverwechselbares. Seine Herangehensweise und Art zu komponieren erinnern zeitweise an Van Morrison, Leonard Cohen oder an aktuelle Interpreten wie Bon Iver und Nathaniel Rateliff. Auch wenn es floskelhaft klingt: von Sean Rowe darf man noch einige magische Werke erwarten!

Anspieltipps:

  • Night
  • Wet
  • American
  • The Long Haul

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