Kitty Solaris - Golden Future Paris - Cover
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Kitty Solaris Golden Future Paris


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachts in ihrer Küche oder im einsamen Hotelzimmer, sind die besten Voraussetzungen für Kitty's Songwriting.

Kitty Solaris (bürgerlich: Kirsten Hahn) ist Singer/Songwriterin, Labelchefin und Konzertorganisatorin in einer Person. Wenn sie zu Hause nachts in ihrer Küche oder im einsamen Hotelzimmer sitzt, sind die besten Voraussetzungen für ihr Songwriting gegeben. Von ersten Entwürfen bis zur Produktion feilt Kitty Solaris als DIY-Künstlerin an ihren Songs. Auf diese Weise entstanden die Alben „Future Air Hostess“ (2007), „My Home Is My Disco“ (2009) und desgleichen das nun vorliegende „Golden Future Paris“, das von Nikola Jeremic (Beats, Keyboard und Akkordeon), Steffen Schlosser (Drums, Percussion, Gitarre, Keyboard) und Kitty (Gesang, Gitarre) selbst produziert wurde.

Auch wenn sie als Vorbilder Velvet Underground, Patti Smith und Cat Power angibt, so sind diese eher als Inspiartion denn als wirklich hörbare Einflüsse zu vernehmen. Im Albumtitel wird zwar die Zukunft angemahnt, doch es ist der Spirit der 1920er der Pariser Boheme, der in den Songs – mehr oder weniger subtil – mitschwingt. Tradition trifft auf die Moderne Berlins 2010, akustische Gitarren auf Beats, professionelle Arrangements auf Lo-Fi-Ästhetik, Rebellion auf Romantik, Selbstbewusstsein auf Verunsicherung.

Beim ersten Hördurchlauf wirkt der Songreigen noch etwas gleichmäßig, nach und nach tritt jedoch die Vielschichtigkeit hervor mit der Kitty Solaris ihre Kompositionen fertigt. Dies verdeutlicht bereits der Album eröffnende, entspannt vorgetragene Titelsong, dem spannungsgeladene Songs wie „Beggar And King“ und „Get Used To It“ folgen, wo Analoges mit Digitalem eine naturgegebene Synthese eingeht, was nicht Viele mit der hier gebotenen Selbstverständlichkeit hinbekommen. Sogar auf dem mit Mariachi-Bläsern angereicherten „Gitano“ zerschmelzen die traditionellen Klänge mit den modernen. Ihre Stimme hat das gewisse Etwas, sie atmet und phrasiert ihre Lyrics auf überzeugende Weise, haucht ihnen Emotion ein oder setzt sie spielerisch lässig in französischem Sixties-Beat („Table For Dancing“) ein. Dass Gesang und Komposition auch ohne Band funktioniert, verdeutlicht der Hidden Track am Ende des Albums.

Auch wenn das in Pink gehaltene Artwork von Booklet und Digipack Mädchenmusik suggeriert, wird auch das männliche Geschlecht seine Freude an „Golden Future Paris“ haben, denn Kitty Solaris versteht es auf ihrem neuen Album die Kompositionen noch runder auszugestalten als bisher. Der am Prenzlauer Berg lebenden Künstlerin darf man eine goldene Zukunft prophezeien. Ihr neues Werk changiert mühelos zwischen Melancholie, Leichtigkeit, Beats, Chanson, Songwriting und Lo-Fi-Pop.

Anspieltipps:

  • Beggar And King
  • Five Minutes
  • Gitano
  • Table For Dancing

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