In Extremo - Sterneneisen - Cover
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In Extremo Sterneneisen


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Mittelalterrockszene wartete schon sehnsüchtig: Nach Schandmaul im Januar sind jetzt In Extremo an der Reihe den Nachfolger zum Nummer Eins-Album „Sängerkrieg“ abzuliefern. Der neue Schlagzeuger Specki D., der früher bei Letzte Instanz tätig war, veredelt den Metalfaktor von „inEx“ doch noch mehr. Die Mannen um Reibeisenstimme Michael Rhein präsentieren zwölf neue Songs, die neben brachialem Rock auch sanftere Momente nicht ausschließen. Der Graf von Unheilig und Mille Petrozza von Kreator sind als musikalische Gäste geladen und los geht es mit der ersten Single „Zigeunerskat“: Typisch für In Extremo geht es metal-mäßig zur Sache ohne die Melodie zu vernachlässigen. Auch Gold kann man s ich gut live vorstellen, weil man den deutschen Text sehr gut mitsingen kann. Recht witzig kommt „Viva La Vida“ herüber, weil Sänger Rhein ziemlich betrunken mit noch mehr Reibeisen in der Stimme klingt, um dann den Song zu einem richtigen Rockkracher mutieren zu lassen.

Den Mittelalter-Touch halten die präsenten Dudelsäcke hoch, aber die Gitarren-Drums-Fraktion gibt schon deutlich den Ton auf diesem Longplayer an. Als emotional besinnlich könnte man die Kollaboration mit dem Grafen bezeichnen: „Hol Die Sterne“ nimmt das Tempo deutlich heraus, aber der Song verteilt Akustikflair ohne peinlich zu wirken. Bei manchen Songs erinnert nicht nur Rheins Gesang an Rammsteins Lindemann, aber mit denen werden ja viele Bands verglichen, doch In Extremo haben ja nicht nur ihre altertümlichen deutschen Texte, die zum Mittelalter-Rock einfach dazugehören, sondern auch ihren ureigenen Folk-Metal-Mix, den sie massentauglich geschmiedet haben ohne an Härte zu verlieren.

Die starken treibenden Tracks wie „Zigeunerskat“, „Gold“ oder das düstere „Stalker“ bestechen mit gewohnt hartem In Extremo-Metal, der immer noch nicht nur live verdammt gut gefällt. Aber auch die Reminiszenz an das Mittelalter „Zauberspruch No. VII“ mit sehr tiefem Gesang und estnischen Text überzeugt mit musikalischer Qualität. Die sehr hymnischen und melodieverliebten „Siehst Du das Licht“ und „Schau zum Mond II“ besitzen auch so viel Kraft, den Mittelalter-Rock in weiterentwickelter Version von In Extremo darzustellen, dass man dann einfach weiß, dass sie zurecht zu den erfolgreichsten Bands gehören, deren neue CD auch die Charts wieder ziemlich hoch entern wird.

Anspieltipps:

  • Viva La Vida
  • Stalker
  • Schau zum Mond
  • Unsichtbar

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