Jupiter Jones - Jupiter Jones - Cover
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Jupiter Jones Jupiter Jones


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn fünf von 12 Liedern durchaus das Prädikat „stark“ (für Anhänger der Zahlen: eine 8 von 10) verdient haben, sollte man als Freund von deutscher Musik hellhörig werden.

„Was? Schon wieder eine deutsche Band vorstellen? Och nö! Kennt' doch heute keiner mehr, hört doch keiner mehr. Wie soll ich denn erklären, wie die klingen?“ Wer schon immer in das Hirn eines gemarterten Rezensenten hineinsehen wollte, bekommt hierbei einen kleinen Eindruck. Dabei muss man sich diese Gedanken gar nicht machen, sowie die deutschsprachige Musik zur Zeit wieder boomt. Madsen, Wir Sind Helden und Juli sind nur einige der Namen, die letztes Jahr ordentliche Absatzzahlen vorweisen konnten und auf dieser Welle sollte qualitativ gesehen auch Jupiter Jones aus der Eifel mit schwimmen dürfen. Zwar nicht neu, aber doch immer noch Independent ist die Band, die man grob als Nachfolger der inzwischen aufgelösten Muff Potter betrachten darf.

Auch dieses Mal gibt es Nicholas Müllers raue Stimme, die sich mit breiten Gitarrenwänden und Hang zu Elektronik und Pathos nur zu gut in das Bild moderner deutscher Rock-Musik einzureihen. Beweis genug dafür ist der nahezu makellose Auftakt mit der „Ansage“, die instrumental als Intro alles richtig macht und eine herrliche Stimmung heraufbeschwört, die vom fetzigen „Hey! Menetekel“ dankbar aufgenommen wird. Geradlinig, hier und da mit fast schon kitschiger Grandeur: Ein Rockerlebnis, dass beinahe schon zu abgeklärt für diese doch recht unbekannte Band klingt. Das soll bloß ein Geheimtipp sein? Zugegebenermaßen gönnen sich die Jungs mit „Immerfürimmer.“ einen kleinen Ausrutscher, der zu typisch deutsch klingt, um sich mit der Pop-Ballade „Still“ gleich wieder in Deutschlands erste Musikliga zu katapultieren. Diese Single wurde – im positiven Sinne- für das Radio gemacht. Heavy Rotatation, bitte sehr!

Das Hauptmerkmal des Albums ist jedoch der geradlinige Rock wie beim Auftakt. Ob „Alter Mann Wo Willst Du Hin?“, „Sonne? Scheint!“ oder das Schlusstrio: Hier regieren leicht mitsingbare Refrains und treibende Gitarren, die hier und da auf Elektronik zurückgreifen, ansonsten jedoch schnörkellos aber gekonnt ihr Ziel suchen. Dazwischen findet sich hier mal eine Akustiknummer („Berlin“) und dort eine Rock-Ballade („Hier Oben (… Jupp)“), um das letzten Endes gute, aber nicht wirklich abwechslungsreiche Bild um die nötigen Facetten zu erweitern. Besonders „Berlin“ gefällt hier mit Banjo als heimlichen Star. Sehr untypisch für die Großstadt und damit umso erfrischender. „Berlin“ möchte man mit „Still“, „Ansage“ und „Hey! Menetekel“, sowie „Sonne? Scheint!“ zu den echten Hymnen zählen.

Wenn fünf von 12 Liedern durchaus das Prädikat „stark“ (für Anhänger der Zahlen: eine 8 von 10) verdient haben, sollte man als Freund von deutscher Musik hellhörig werden. Gerade, weil der Rest auch keine Totalausfälle darstellt, sondern durchaus zu unterhalten weiß, ist das selbst betitelte Album von Jupiter Jones ein erstes Achtungszeichen aus Deutschland in dem noch jungen Jahr. Noch die ein oder andere wirklich große Melodie und beim nächsten Mal ist Jupiter Jones mit ganz oben. Mehr als ein Geheimtipp sollten sie nach diesem Album auf jeden Fall sein.

Anspieltipps:

  • Ansage
  • Hey! Menetekel
  • Berlin
  • Still

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