J Mascis - Several Shades Of Why - Cover
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J Mascis Several Shades Of Why


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Was bleibt nach gut 40 Minuten? Alles schon mehr als einmal gehört.

J Mascis braucht man nicht mehr allzu groß vorzustellen. Der Mann hat sich insbesondere mit seiner Hauptband Dinosaur Jr. Seit Mitte der 80er Jahre in Indie-und Alternative-Kreisen seine Lorbeeren erarbeitet. Nach zahlreichen bandinternen Berg- und Talfahrten gab es zuletzt 2009 mit dem Album „Farm“ ein gelungenes letztes Lebenszeichen. Nun meldet sich der Kauz mit dem nahezu schneeweißen wehenden Haupthaar mit seinem Soloalbum Nummer 1. Zwar gab es 1996 bereits die Solo-Veröffentlichung „Martin and Me“, die jedoch „nur“ ein Solo-Livealbum mit Akustikversionen von Songs seiner Hauptband und diversen Coverversionen war. Dann gab es noch mehrere Alben von „J Mascis & The Fog“, die zwar ebenfalls ganz klar und unmissverständlich von Mascis dominiert wurden, aber letztlich doch „nur“ als „Quasi-Soloalben“ gezählt werden dürfen. Nun also „Several Shades Of Why“ als „echte“ erste Soloscheibe, die im nackten Akustikgewand daher kommt. Diese Erscheinungsbild mag man J Mascis zunächst irgendwie nie so recht zutrauen, ist der Gute doch eher dafür bekannt, dass er es unter einer meterhohen, aus mehreren Amps bestehenden Verstärkerwand im Rücken nicht macht. Sein eigentlicher Kernauftrag schien ja immer die Produktion eines Massentinitus beim Publikum zu sein. Doch Mascis kann auch ruhig. Richtig ruhig sogar.

Several Shades Of Why besteht hauptsächlich aus genau zwei Dingen: Das Eine ist also eine akustische Gitarre, das Andere die gewohnt leiernde und etwas heisere, aber stets charismatische Stimme des Indie-Veteranen. Lagerfeuer statt Dezibel lautet die Devise. Dabei kommen die zehn Nummern maximal reduziert daher. Kein Schlagzeug weit und breit und auch sonst nur wenig Instrumentalunterstützung jenseits des Sechsaiters. Hier und da ein paar Streicher und ab und an ein Tamburin. Das war es dann auch fast. Und wenn sich dann doch mal etwa in „Is It Done“ oder „Where Are You“ die elektrische Gitarre einmischt, dann passiert das dezent und unaufdringlich, ohne dem akustischen Gewand die Show zu stehlen. Neben wenig Gastinstrumentalisten holt Mascis sich jedoch wiederholt Unterstützung beim Gesang. Da helfen ihm gleich mehrere Bekannte aus. Zu nennen sind unter anderem Ben Bridwell (Band Of Horses), Keviin Drew (Broken Social Scene) oder Paul Jenkins (Black Heart Procession). Das tut den Songs durchaus gut, wenngleich Mascis seine Sache auch ohne Unterstützung gut macht.

Was bleibt nach gut 40 Minuten? Alles schon mehr als einmal gehört. Null Innovation. Trotzdem immer wieder nett, da zeitlos und aus der Feder und den Fingern von J Mascis in den meisten Fällen auch wirklich hörenswert. Und wenn man sich mit dem Gesamtwerk seiner Hauptband beschäftigt, dann ist so ein Moment des Durchschnaufens auch nicht das Schlechteste. Man kann sich nämlich ziemlich sicher sein, dass J den Rufen seiner meterhohen Verstärkerwand auf Dauer nicht widerstehen wird. Soll er auch gar nicht.

Anspieltipps:

  • Not Enough
  • Very Nervous and Love
  • Is It Done
  • Where Are You

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