Detroit 7 - Nude - Cover
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Detroit 7 Nude


  • Label: Kastellamedia/SOULFOOD
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band Detroit 7 kollaborierte auf dem letzten Album „Black & White“ mit niemand geringerem als Stan Katayama. Der japanisch-amerikanische Starproduzent arbeitete in seiner langen Karriere schon mit so unterschiedlichen Bands bzw. Interpreten wie R.E.M, Dir en Grey, Rage Against The Machine und Natalie Cole zusammen. Nachdem „Black & White“ aber nicht den gewünschten Erfolg hatte, versuchen es die japanischen Garage-Rocker nun auf „Nude“ mit Masayuki Nakano, einem vielseitigen Pop-Rock-Produzenten.

Doch schon im ersten Track „Joy“ offenbart sich das große Problem der Neuveröffentlichung. Die Abmischung der Instrumente lässt dem Song keine Chance. Das Schlagzeug wird dermaßen in den Vordergrund gedrängt, das kaum ein Melodiebogen zu erkennen ist und Sängerin Tomomi Nabana schreien kann wie sie will, gegen den entstandenen Soundbrei kommt sie nicht an. Ähnlich verhält es sich mit „Break“, nur das hier Produzent Nakano sich nicht entscheiden kann was er in den Vordergrund mischen will und den Gesang nach hinten zieht. Der erwünschte dreckig-rotzige Sound wird dabei nicht erzeugt, er wirkt eher undifferenziert und verwaschen.

„Samidarukimi“ befriedigt die Gelüste der Gitarrenfans. Eingängig, melodiös und vor allem mit einer erkennbaren, wenn auch begrenzten, Gesangslinie können Detroit 7 gefallen. Auch die Steigerung in einen infernalischen Lärm zum Ende des Tracks ist logisch zwingend, da geschickt komponiert. „Nunai Pop“ klingt ein bisschen wie die japanischen Stooges, ist dieser Song doch eine Verneigung vor dem Idol der Japaner: Iggy Pop. Interessant ist hier die Modernisierung des altbekannten Stooges-Sound durch den Einsatz des Schlagzeugs als Drum&Bass-Maschine.

„Discocactus“ macht trotz etwas aufgesetzter Noise-Attacken durchaus Spaß, allerdings läuft sich auf Dauer der monotone und sehr limitierte Gesang tot. Das relativ ruhige „Largo“ punktet mit einem zwischen Macy Gray und Skin (Skunk Anansie) schwankenden Gesang und einer eingängigen Melodie, auch ist hier die Produktion ausnahmsweise sogar in den Noise-Momenten sehr differenziert. Neben „Samidarukimi“ das Highlight des Silberlings.

„Love“ wirkt am Ende der CD wie eine Anbiederung an den amerikanischen Markt. Mit einer Rhythmik und Melodieführung, die an den US-HipHop angelehnt ist, drängt sich der Song regelrecht für einen Remix auf. Ein ungewöhnliches Ende für eine mittelmäßige Scheibe. Abgesehen von der fragwürdigen Produktion, sollte sich das Trio überlegen welche Klientel sie bedienen wollen. Für den Garagen-Rocker zu noisig, für den Alternative-Rocker über weite Strecken zu monoton, dürften Detroit 7 weiterhin nicht „The next big thing“ sein.

Anspieltipps:

  • Samidarukiim
  • Largo

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