Cavalera Conspiracy - Blunt Force Trauma - Cover
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Cavalera Conspiracy Blunt Force Trauma


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 34 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Fabelhafte, physische Riffattacken, die an eine eindimensionale Stakkato-Thrash-Orgie verheizt werden.

Wer zum bald bevorstehenden Osterfest nicht nur Eier verstecken, sondern sich auch gerne selber welche wachsen lassen will, sollte am besten ohne nachzudenken zum zweiten Prügelknaben der Cavalera Conspiracy greifen. Angesichts der auf „Blunt Force Trauma“ zelebrierten, rohen Gewalt und dem damit einhergehenden Testosteronausstoß bei jedem Hördurchgang dürften jegliche fehlende Anzeichen von Männlichkeit bald Schnee von gestern sein. Ähnlich dazu ist auch das jahrelange Stillschweigen zwischen Max (Gesang, Gitarre) und Iggor Cavalera (Schlagzeug, Perkussion) scheinbar zu 100% vom Tisch, denn so glücklich turtelten die beiden Brüder schon lange nicht mehr miteinander. „It´s just killer to play with Iggor again. I really, really enjoy playing with him“ frohlockt Max und Iggor wirft ein: „It feels amazing to work with my brother Max again.“ Dass „Blunt Force Trauma“ dabei bestenfalls den Stempel „Dienst nach Vorschrift“ verdient, ist Nebensache.

Ohne Umschweife geht es dann sogleich in die Vollen. „Warlord“ bricht aus den Boxen und gibt den Takt für die kommenden 34 Minuten vor. Max brüllt wutentbrannt den Text aus seinen Lungen, während der Rest der Mannschaft (Marc Rizzo (Gitarre) und Johnny Chow am Bass) den wuchtigen Hassbatzen mit groovender Eingängigkeit unterstützt. Der lautmalerische Albumtitel definiert sich anschließend im pfeilschnellen „Torture“, „Lynch mob“ kann mit einem angepissten Gastauftritt von Roger Miret (Agnostic Front) punkten und „Killing inside“ mausert sich zum ersten und einzigen wirklich hervorstechenden Höhepunkt, der das stur vorpreschende Dogma der sonstigen „Blunt Force Trauma“-Tracks ad acta legt und seiner ausgefeilten Struktur wegen auch auf einem Soulfly-Output Platz gehabt hätte. Da Max aber ohnehin erklärt „I write riffs all of the time and when I´m writing I don´t know if they´re going to be for Soulfly or for Cavalera, to tell you the truth. I just write them and put them on a CD”, könnte es sich wirklich um eine nicht verwendete Idee der „Omen“-Sessions (05/2010) handeln.

In ähnlich bissiger und flotter Manier wie „Torture“ gesellen sich dann „Thrasher“, „Target“, „Ghengis Khan“, „Burn Waco“ und „Rasputin“ zu den Thrash-Vehikeln, in denen erst gar keine Bremsschläuche installiert worden sind, was im Zusammenspiel mit Logan Maders (Divine Heresy, Devildriver) donnernder Produktion zwar mächtig Druck erzeugt, aber keinen großen Aha-Effekt hinterlässt, noch der Abwechslung zugute kommt. Lediglich „I speak hate“ gestaltet sich wendungsreich, kann aber lyrisch nur die altbekannten Hasstiraden Cavaleras aufbieten und der titelgebende Abschluss verabschiedet sich nach zwei Minuten sowieso in die Endlosschleife. Übrig bleiben fabelhafte, physische Riffattacken, die an eine eindimensionale Stakkato-Thrash-Orgie verheizt werden, die keinen Knochen heil lässt, aber höheren Ansprüchen nicht im Ansatz gerecht wird. Von den Cavalera-Brüdern darf definitiv mehr erwartet werden, siehe „Inflikted“ (03/2008)!

Anspieltipps:

  • I Speak Hate
  • Killing Inside

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