Wanda Jackson - The Party Ain´t Over - Cover
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Wanda Jackson The Party Ain´t Over


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wanda Jackson (73) wird gemeinhin als Königin des Rockabilly bezeichnet, seitdem ihr Elvis „The King Of Rock“ Presley Mitte der 50er Jahre riet, von der Country Musik auf Rock’n’Roll umzusteigen. Die damals 18-Jährige nahm den Rat an und wurde zu einer der bekanntesten Vertreterinnen des Genres. Nach mehr als 50. Alben (irgendwann hört man auf weiter mitzuzählen...) ist die 73-Jährige noch immer aktiv und legt nun mit „The Party Ain’t Over“ ein neues Werk vor, das von keinem Geringeren als dem White-Stripes-Kopf Jack White produziert wurde.

Allein diese Tatsache sorgt natürlich für Publicity. Denn der Gedanke, dass dabei evtl. ähnlich Magisches wie bei der Zusammenarbeit zwischen Rick Rubin und Johnny Cash passiert, liegt nicht weit. Dabei war Wanda Jackson anfänglich etwas verwirrt, als der werte Herr White auf sie zukam: „Zuerst war ich verängstigt, weil ich nicht wusste, was dieser junge Rockstar von mir wollte oder erwartete. Ich hatte schlottrige Knie und wusste nicht, ob ich mich darauf einlassen wollte“.

Nachvollziehbar, denn Jack White ist ein Besessener, der nichts dem Zufall überlässt. Und so schleppte dieser jede Menge Musikerkollegen aus seinem direkten Umfeld für die Albumaufnahmen in seinem Third Man Studio in Nashville an (u.a. Jack Lawrence und Patrick Keeler von den Raconteurs sowie Ashley Monroe und Karen Elson), wo er die Rockabilly-Ikone Songs aus den Bereichen Country, Gospel und Rock einsingen ließ, darunter Stücke von Bob Dylan („Thunder on the mountain“), Jimmy Rodgers („Blue yodel #6“) und Amy Winehouse („You know I’m no good“).

Das funktioniert in der Tat auf vergleichbare Weise wie beim Gespann Rubin/Cash, weil die Songauswahl a.) perfekt auf die Künstlerin abgestimmt ist und b.) die Musiker eine lebendige Vorstellung abgeben, die eine ursprüngliche Live-Atmosphäre widerspiegelt. Am beeindruckendsten gelingt dies gleich mit dem Opener „Shakin’ all over“, bei dem aus einem klassischen Rock’n’Roll-Song unter dem Einfluss von Jack White und Co. ein zuckendes Rock-Biest wird, mit durch einen Verzerrer gejagten Stimmen und irrsinnig schneidenden Gitarren ein völlig neuer Eindruck von dem Song entsteht.

Auch wenn „The Party Ain’t Over“ freilich nicht die Intensität der Cash/Rubin’schen American Recordings besitzt, handelt es sich um ein gelungenes Album, das den Kern der Sangeskunst einer Wanda Jackson prächtig in Szene setzt.

Anspieltipps:

  • Shakin’ all over
  • Nervous breakdown
  • You know I’m no good
  • Thunder on the mountain

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