Dr. Dre - Compton: A Soundtrack By Dr. Dre - Cover
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Dr. Dre Compton: A Soundtrack By Dr. Dre


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Cold killers in these Compton streets, one hand on the 9, all eyes on me, murder, murder, murder, murder... Fuck your mama, fuck your daddy, fuck your dead homie. Fucked the world up when we came up, that's Compton homie!“

Das seit gefühlt 100 Jahren angekündigte dritte Studioalbum von Rap-Legende Dr. Dre ist da! Okay, allerdings etwas anders, als ursprünglich gedacht. Denn der Nachfolger zu „The Chronic“ (1992) und „2001“ (1999) ist nicht das unter dem Arbeitstitel „Detox“ erwartete Solowerk, sondern der Soundtrack zu dem biografischen Kinofilm „Straight Outta Compton“, der die Geschichte der Kult-HipHop-Formation N.W.A. erzählt, mit der die Rapper Ice Cube, Eazy-E, DJ Yella, MC Ren, Arabian Prince und eben Dr. Dre berühmt wurden. Es soll das finale Werk des Rappers und Produzenten sein, und muss deshalb, auch wenn es „nur“ ein Soundtrack ist, richtig gut funktionieren, soll der Ruf von Dr. Dre nicht leiden.

Erstes Mittel dagegen: Man hole sich aus dem eigenen Label-Stall und aus der endlosen Liste von Weggefährten ein Rudel Topstars ins Studio, die „Compton“ auf die Höhe der Zeit hieven. Schließlich ist Dres letztes Kollabo-Werk „The Aftermath“ (12/1996) auch schon fast 20 Jahre her. Keine Frage: Dieses Album muss das Haus rocken, so wie der Kinofilm, der durchaus überraschend in allen wichtigen Märkten richtig Kasse macht. Und dazu stehen Dr. Dre die Herren und Damen Snoop Dogg, Eminem, Kendrick Lamar, Jon Connor, Justus, Anderson Paak, King Mez, Marsha Ambrosius, Candice Pillay, BJ The Chicago Kid, Xzibit, Cold 187um, Ice Cube, The Game, Sly Pyper, Dem Jointz, Asia Bryant und Jill Scott zur Seite.

Andre Romell Young, alias Dr. Dre, Meister des G-Funk, ist also bestens gewappnet, um seine Geschichte zu erzählen, während das sagenumwobene „Detox“ mehr oder weniger fertiggestellt scheinbar endgültig in seinem Giftschrank verschwand oder heimlich auf anderen Alben verbraten wurde (50 Cent, anybody?). Nichtsdestotrotz legt „Compton“ genauso los, wie es sich der Rap-Fan gewünscht hat: Mit einer Mischung aus modernen Elementen und feinen Old-School-Vibes erzeugt Dr. Dre eine einzigartige Atmosphäre, wie sie nur die HipHop-Alben der späten 80er Jahre und frühen 90er Jahre hatten.

Etwas Trap, Jazz, F-Funk und Soul reichern den Sound an, in dem nicht mehr Nostalgie als nötig mitschwingt. Und doch ist dieser vermeintliche Abschied in erster Linie ein Blick zurück, der von seiner coolen Geschichte und den Gastbeiträgen lebt, bei denen die Herren Kendrick Lamar, Xzibit, Eminem und Snoop Dogg die Nase vorn haben. Auf diese Weise produzierte Dr. Dre einige der stärksten Tracks seiner Karriere, aber nicht das erhoffte Meisterwerk, was in Anbetracht eines Soundtracks wohl auch zu viel verlangt ist.

Anspieltipps:

  • Genocide
  • Satisfiction
  • It’s all on me
  • Loose cannons
  • One shot one kill
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