The Tibby Vaughan - The Vibration Of Nothing - Cover
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The Tibby Vaughan The Vibration Of Nothing


  • Label: Little Teddy/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik ist nicht alles, wenn es um Musik geht. Was? Diese Aussage entzieht sich jeglicher Logik, bis man einordnet, um welche Art von Sprachschatz es geht. Bei Pop-Musik hilft das akustische Gerüst allein nicht immer. So ist es galanter und ordentlicher ausgedrückt. The Tibby Vaughan können noch so viel für unkaputtbare Indie-Größen wie Neutral Milk Hotel skandieren, wenn sie selbst dieses Niveau nicht erreichen. Aber fangen wir lieber an einem Punkt an, der für alle nachvollziehbar ist.

Trash-Pop-Rock könnte man den nach Garage klingenden Sound der Band beschreiben. Durchgehend schrammelnde Gitarren und krachendes Schlagzeug. Klingt gar nicht so verkehrt, oder? Leider ziehen die Jungs den Trash-Faktor bis ins letzte Element ihrer Songs durch und damit ist auch der Gesang mehr als nur speziell. Vielleicht geht live nicht so viel verloren, doch einige Tracks, wie eben die Eröffnungsnummer „To Babylon“ sind kurz davor einige Hörer in die Flucht zu schlagen. Man muss tatsächlich sagen, dass man sich nach einiger Laufzeit an die schrägen Töne gewöhnt. Ist das jetzt gut oder schlecht? Es kann nur subjektiv bewertet werden, wie der Gesang von The Tibby Vaughan auf ein disperses Publikum wirkt. Von Ohrenbluten bis zufriedenem Mitgesumme ist alles möglich und auch unmöglich.

Bei genannten Neutral Milk Hotel hatte man zwar ein ähnliches Problem, welches jedoch mit einzigartig guten Melodien wettgemacht und somit gelöst wurde. „The Vibration Of Nothing“ hingegen ist mehr eine schöne Sammlung an Indie-Trash-Rock, der jedoch keine Grenzen sprengt oder mit Ohrwürmern am Fließband aufwartet. Der Titeltrack, „Birdy“ oder auch „The Friendly Revolutionary“ sind Beispiele, die zeigen, dass die Band Spaß machen kann. Dagegen halten der Opener, „All I Need“ oder der kurze Schlusspunkt „New York Titties“. Hier und da wird von britischen Rockgrößen geklaut und kaum ein Akkord klingt neu. Trotz oder gerade aufgrund der Garage-Atmosphäre wirken die Lieder dennoch frisch, auch wenn sie mal frech, mal halb eingeschläfert wirken. Dieser Fakt ist ebenfalls dem „markanten“ Gesang zu verdanken.

Auf der Bühne mögen The Tibby Vaughan eine unterhaltsame Truppe sein, die grade Indie-Fans, denen es sonst zu kuschelig zugeht, gefallen werden. Auf dem Silberling hört sich jedoch nicht Weniges unfertig an und sorgt nur für begrenzte Freude. Zu gediegen und abgestumpft wirken einfache Mitsing-Stücke („Like A Monkey In A Madhouse“, „Icecream Girl“) auf CD, um mitreißen zu können und diese Schwäche wird der Band zum Verhängnis, da sie nicht nur über Live-Auftritte ihre Bekanntheit erweitern können. Es bleibt zu hoffen, dass die Gruppe Neutral Milk Hotel und At The Drive-In ähnlich einen Weg findet, die Live-Emotionen von der Bühne auf den Silberling zu bekommen.

Anspieltipps:

  • Birdy
  • The Vibration Of Nothing
  • The Friendly Revolutionary

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