Gus Black - The Day I Realized... - Cover
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Gus Black The Day I Realized...


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre nach seinem sehr feinen Album mit dem grimmigen Titel „Today Is Not The Day To Fuck With Gus Black“ (03/2008) meldet sich der kalifornische Songwriter Gus Black mit seinem neuen Werk „The Day I Realized...“ zurück. In diesen drei Jahren war viel passiert. Black erntete großes Lob für seine Musik, feierte aber auch Erfolge mit seiner Tätigkeit als Art Director und Regisseur von Werbespots und Videoclips. Finanziell waren diese Jobs weitaus einträglicher als seine Musikkarriere, sodass für Gus Black durchaus zur Debatte stand, das Leben als Songwriter an den Nagel zu hängen.

Doch die Liebe zur Musik war stärker – beflügelt durch die Liebe zu einer Person, die urplötzlich in das Leben Gus Blacks trat und den Kalifornier neue Inspiration schenkte. Daraus resultierte mit „The Day I Realized...“ nicht nur ein weiterer Teil der „Day“-Reihe („Autumn Days“, „Today Is Not The Day To Fuck With Gus Black“), sondern auch ein offener Liebesbrief an eben jene Muse.

Stilistisch vereint Gus Black auf „The Day I Realized...“ die Welten der zwei Vorgänger zu einer ausgewogenen Mischung aus reduzierten Akustiksongs im Homerecordingstil und dem von Tom Biller (Warpaint, Silversun Pickups, Sea Wolf) produzierten satten Studiosound. Gus Blacks Plan war dabei, „dass das Album durch eine Grundstimmung zusammengehalten wird. Aber letztlich soll natürlich jeder Song auch für sich funktionieren. Das ist ja heute wichtiger denn je.“

Dies ist dem Songwriter tatsächlich gelungen. Denn „The Day I Realized...“ wird von einer ganz besonderen Atmosphäre zusammengehalten, aus der immer wieder einzelne Songperlen wie die zu Tränen rührenden Balladen „Fall into you“, „Waiting in the cold“ und „The day I realized...“ herausstechen. Kitschig wird es dabei nie. Und das will durchaus etwas heißen im Balladenfach. Gus Black sorgt mit seiner Eindringlichkeit vielmehr für Gänsehautmomente („No love in vain“) und kalte Schauer („S.S.L.A.“) beim Hörer, der mit diesem Album ein tolle Songsammlung geschenkt bekommt. Doch Obacht! In die Tracklist haben sich einige ärgerliche Fehler eingeschlichen: „Summer dress“ und „The afterlife“, „Something can be (again)“ und „The new normal“ sowie „Now or never“ und „Everything reminds me of you“ wurden darin vertauscht. Solche Schlampereien sind peinlich und dürfen nicht passieren!

Anspieltipps:

  • S.S.L.A.
  • The afterlife
  • Fall into you
  • Summer dress
  • Something can be (again)

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