Buffalo Tom - Skins - Cover
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Buffalo Tom Skins


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist es von Vorteil oder von Nachteil seit über 20 Jahren im Geschäft zu sein? Wenn man ein geregeltes Auskommen hat, scheint man alle richtig gemacht zu haben. Man braucht niemandem mehr etwas zu beweisen und kann sich gepflegt der Fanbase widmen, die einen auch bisher brav unterstützt hat. Hier muss man sich natürlich vorwerfen lassen, dass man sich auf vergangenen Taten ausruht und künstlerisch keinen Schritt mehr vorwärts tut. Im Falle von Buffalo Tom darf man recht schnell festlegen, dass die Band sich nicht wirklich entwickelt hat und dass das auch gut so ist. Den Sound so einer Band sucht man heutzutage vergebens, wobei Americana und trockener US-Rock immer noch gefragt sind. Ob sich dann aber nicht doch eine Spur zu viel Pop und Selbstgefälligkeit eingeschlichen hat, sei zunächst dahingestellt.

Regelmäßige Hintergrundgesänge und warme Gitarren scheinen auch diesmal die Zauberformel zu sein. Viel öfter hört sich das präsentierte Programm jedoch nach weichem Indie-Rock als nach waschechtem Americana an. Typisch amerikanisch bleibt es dennoch, denn „She's Not Your Thing“ ist nur einer von vielen Songs, die nach Country in aufpoliertem Aufzug klingen. Den Großteil des Albums jedoch machen Lieder wie „Down“ aus. Gitarren-Pop der versucht irgendwo zu berühren und leicht ins Ohr zugehen, ohne dabei jemanden wehtun zu können. Eine Mischung, die nicht wirklich zünden möchte. Manche Lieder, wie das anschließende „Don't Forget Me“ versuchen sich zwar als Balladen zu tarnen, sind aber Akustik-Nummern in Grün.

Ähnlich wie Bon Jovi in jüngerer Vergangenheit ihren Fahrtwind verloren haben und nur noch im Mittelmaß planschen, statt im Ozean der großen Fische mitmischen. Buffalo Tom waren zwar nie so groß wie besagte Rockband und doch lassen sich dieselben Verschleißmerkmale ausmachen. Ein Sprichwort sagt, dass wer keine Schwächen hat auch keine Stärken besitzt. Buffalo Tom sind ein bemerkenswert treffender Beweis dafür, wenn man feststellen muss, dass keines der Lieder schlecht ist und doch nicht wirklich überzeugt. „Here I Come“, „Lost Weekend“ und „The Big Light“ als Beispiel sind ausnahmslos schöne Rockstücke für den Einfachgebrauch. Beim zweiten Hördurchgang im direkten Anschluss tut sich die Haltbarkeit der Tracks schon schwerer und warum man jetzt Buffalo Tom und nicht Wilco hört, wird allein damit beantwortet, dass Erstere bekömmlicher sind: Aber ist das jetzt wirklich ein Lob? Damit wären wir wieder bei der Ausgangsfrage, die hier damit beantwortet wird, dass Musik etwas bewegen wollen sollte, wenn sie anerkannt werden möchte.

Anspieltipps:

  • The Kids Just Sleep
  • Here I Come
  • Don't Forget Me

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