Siriusmo - Mosaik - Cover
Große Ansicht

Siriusmo Mosaik


  • Label: Monkeytown/Rough Trade
  • Laufzeit: 66 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein dickes Lob an Siriusmo für diese meisterliche Vorstellung!

Siriusmo ist einer dieser Namen in der weiten Musiklandschaft, die man selten wirklich kennt. Anstatt dessen sind es die Remixe der Scissor Sisters, Gossip oder Digitalism zu denen man in den Clubs die Sinne berauscht. So verdient ein Meister seines Fachs gutes Geld und angesichts der Kundschaft darf man Siriusmo doch zu den erfolgreicheren Vertretern seiner Zunft zählen. Wenn da nicht der künstlerische Ehrgeiz wäre, könnte er seinen Lebtag von Remixen leben, doch außer Neuarrangements hat der deutsche Musiker auch eigene Ideen und Melodien im Kopf. Diese ganz frei zu verarbeiten entschloss er sich in Form von 17 Songs. Wer vorher noch zweifelte, ob diese Musik bei Clubgängern eine Chance haben könnte einzuschlagen ist spätestens seit der Ohrwurmsingle „Feromonikon“ eines Besseren belehrt.

Vom ersten Song bis zum Titeltrack ist es nahezu unmöglich die Füße still zu halten. Wer sich bei diesen Tracks keine bebenden Tanzflächen und enge Theken vorstellen kann, der sucht wohl immer sehr spezielle Etablissements auf. Nach einer Menge Mischung aus Dance, Techno und Electro kommt in „Bad Idea“ auch noch eine gute Portion Dubstep dazu. Eine gute Portion an Retrogefühl gibt es dann in „123“ und überhaupt kann man sich an verschiedenen Ideen bezüglich der elektronischen Szene kaum satt sehen. Man könnte mit Fachwörtern um sich schmeißen, die am Ende doch nur der Kern versteht, doch gesagt soll sein, dass es schlichtweg Spaß macht sich zu den Stücken von Siriusmo zu bewegen. Und wenn das nichts wert ist, dann weiß auch der Rezensent nicht weiter.

Ein persönliches Highlight dieses Albums ist „Idiologie“, welches sich stilistisch gut in den Daft-Punk-Soundtrack zum neuen Tron einreiehen würde. Selten erlebt man, dass Melodien der Elektro-Szene wirklich im Ohr haften bleiben, anstatt nur durch heftigen Bass zum Tanzen zu animieren. Doch es wäre ungerecht nur diesen einen Song hervorzuheben, da Siriusmo wie bereits mehrfach erwähnt so ziemlich jedem Lied dieses besondere Etwas mitgibt. Manchmal geht es fast schon funky zur Sache („Good Idea“) oder gerade heraus elektronisch – im Sinne des Stils - („Nights Off). Auch psychedelisch geht es zur Sache, wenn „Peeved“ irgendwo zwischen Pfeifkonzert und wütendem Geschrei seine „gesungenen“ Teile weiß.

Es wäre schlichtweg falsch einen schwachen Song herauszupicken, denn wenngleich sich Lieblinge herauskristallisieren sonnt man sich auf „Mosaik“ (ein unsagbar passender Titel) in einer wilden Mischung tanzbarer Musik. Wer jetzt wieder darauf pocht genaue Genre-Angaben zu bekommen wird enttäuscht, da einfach gesagt sein soll, dass jeder, ob er nun gerne in Clubs verkehrt oder auch nicht in solch elektronische Kost herein hören sollte. Entspannend, treibend und benebelnd, wie den Verstand klärend zugleich lässt sich dieses elektronisch Soundgewiter nieder und räumt einem Frühjahrsputz gleich in verstaubten und Genre fixierten Köpfen ordentlich auf. Ein dickes Lob an Siriusmo für diese meisterliche Vorstellung!

Anspieltipps:

  • Idiologie
  • Good Idea
  • Feromonikon

Neue Kritiken im Genre „Electro“
5/10

Spectra
  • 2017    
7/10

The Click
  • 2017    
Diskutiere über „Siriusmo“
comments powered by Disqus