The Joy Formidable - The Big Roar - Cover
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The Joy Formidable The Big Roar


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Hochwertiger walisischer Indie-Rock.

Es gibt sie Gott sei Dank noch: Die musikalischen Talente, die schon beim Debütalbum derart begeistern, dass man fast ehrfürchtig wird. The Joy Formidable aus Wales, jetzt wohnhaft in London, sind eine solche Band: Sängerin und Gitarristin Ritzy Bryan und Bassist und Sänger Rhyddian Dafydd komponieren so gekonnt, dass man meint, die Band, die noch aus dem Schlagzeuger Matt Thomas besteht, hat noch mehr Mitglieder, die diesen vielschichtigen Sound fabrizieren. Was die drei allein beim Opener „The Everchanging Spectrum Of A Lie“ bieten, ist schon beeindruckend: Sieben Minuten und 44 Sekunden lang langweilen sich der Hörer nicht, weil The Joy Formidable mit einer prägnanten Melodie, intelligenten Tempowechsel und hymnischem Gesang sofort die Aufmerksamkeit fesseln. Die Gitarren klingen hier noch gemäßigt und ein fast perfekter Pop-Rocksong ist geboren.

Das Album enthält erfreulicherweise keine abgeschliffenen Ecken und Kanten, denn die Waliser experimentieren auch schon mal mit Geräuschen oder schrägem Gesang. Ihre zeitweise unheimliche Eingängigkeit beruht auf detailverliebten Arrangements, die bei einem Debüt in dieser Qualität äußerst selten sind. Seit vier Jahren sind die drei schon aktiv und haben schon Songs wie „Cradle“ oder „Whirring“ geschaffen: Der erste hämmert die Melodie mittels fulminanten Schlagzeug und nervöser Gitarren in das Ohr und der Gesang tut sein übriges, dass man spätestens hier den nächsten Ohrwurm bekommt.

Der zweite erinnert so ein wenig an die Shout out Louds in Bestform und gehört inklusive traumhaft sicherer Melodieführung zu den vielen Highlights. Die Gitarren-Drums-Fraktion dominiert die meisten Songs, wobei noch „Llaw = Wall“ besonders positiv auffällt: Ausnahmsweise übernimmt Dafydd den Gesang und es beginnt sehr getragen und richtig melodieverliebt, um dann urplötzlich, wenn man denkt es ist vorbei, ein Überfall der Instrumente stattfindet und die typischen Rockmusik-Utensilien ausgepackt werden ohne das die feine Melodie vergessen wird. Man findet keinen schlechten Track, denn das können die drei von der Insel einfach nicht: Schlechte Musik gehört nicht zu ihrem Repertoire, sie präsentieren hochwertigen walisischen Indie-Rock mit eindeutigen Popelementen, der zu Recht für Furore sorgen wird.

Anspieltipps:

  • Cradle
  • I Don't Want To See You Like This
  • Whirring
  • Llaw = Wall

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