Neon Trees - Habits - Cover
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Neon Trees Habits


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Jahr nach der Veröffentlichung in den USA steht mit „Habits“ nun auch bei uns das Debütalbum der vierköpfigen US-Pop/Rockband Neon Trees aus dem Bundesstaat Utah in den Regalen. Das wird auch langsam Zeit! Denn die Singleauskopplung „Animal“ macht bereits seit Wochen die deutschen Radiostationen kirre und läuft quasi rund um die Uhr. Als Wunder ist das allerdings nicht zu werten, da die Amerikaner ein einfaches und effektives Rezept haben.

Die Neon Trees bezeichnen ihren Sound zwar als Rockmusik, doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Ihre Songs sind nämlich extrem gut tanzbar und gehen sofort ins Ohr, wo sie sich wie eine Emulsion aus Placebo, Simple Plan, 30 Seconds To Mars und The Killers nicht mehr wegbekommen lassen. Damit liefern die Newcomer Tyler Glenn (Gesang, Keyboards), Chris Allen (Gitarre), Branden Campbell (Bass) sowie Elaine Bradley (Schlagzeug, Gesang) einen Sound ab, der schlimmstenfalls als Dance-Rock bezeichnet werden kann und damit eine Angriffsfläche für alle Moralapostel bietet, denen die Kombination aus eingängigen Hooks, poppigen Melodien und Tanzbarkeit in Verbindung mit Rockgitarren suspekt ist.

In den USA wurde das von Sugarcult-Sänger Tim Pagnotta (u.a. The Ataris, Wakefield, Gillmore) produzierte Album mit lediglich acht (!) Songs ins Rennen geschickt. Die internationale Version hat zwei Stücke mehr zu bieten, kommt aber auch nicht über 37 Minuten Spielzeit hinweg. Sieht man dies positiv, wollte sich die Band anscheinend nicht mit Füllmaterial verzetteln und schnell auf den Punkt kommen. Das wäre löblich. Vielleicht hat sie aber auch einfach nicht mehr Material auf die Kette bekommen. Man weiß es nicht.

Fakt ist, dass es nun keinen Platz mehr für Ausreden gibt und die Diskussionen um die Neon Trees ins Kraut schießen werden. Denn wer auf der einen Seite die Hitdichte von „Habits“ heraushebt („Animal“, „1983“, „Helpless“, „Your surrender“ und „In the next room“ sind lupenreine Ohrwürmer), muss auch eingestehen, dass sich der Gesamtsound des Albums einer gewissen Gleichförmigkeit nicht entziehen kann. Das mag aufgrund des hohen Spaßfaktors noch verzeihbar sein, wird aber eine der Aufgaben des nächsten Albums werden. Prinzipiell handelt es sich bei „Habits“ aber um ein sehr solides Debüt, auf dem ein dickes Bündel schöner Radiohits zu finden ist, dem nur noch etwas der Unterbau fehlt. Daran lässt sich arbeiten und bis dahin wird beobachtet, ob die Neon Trees in ähnliche kommerzielle Regionen wie The Killers vorstoßen können.

Anspieltipps:

  • 1983
  • Animal
  • Helpless
  • Your surrender
  • In the next room

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