Turisas - Stand Up And Fight - Cover
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Turisas Stand Up And Fight


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei aller Freundschaft, eines haben sich Turisas mit ihrem neuen Album auf jeden Fall verdient: den Preis für den plakativsten und einfallslosesten Albumtitel. Die zum hundertsten Mal wiedergekäute Phrase „Stand Up And Fight“ klingt wirklich schmerzlich danach, als wäre die Kreativität nach neun Songs schon am Ende gewesen. Aber was soll's, denn was zählt ist ja doch, was drinnen steckt. Und das klingt nicht nur vom Titel her erstaunlich „Manowaresk“.

Mit für die Band ungewöhnlich starker Orchestrierung und Songs um Schlachten und Helden erinnert die Scheibe tatsächlich an einen Bastard aus Manowar, Rhapsody Of Fire und den Apokalyptischen Reitern. Wer hätte das von einer Band gedacht, die noch vor nicht allzu langer Zeit das wohl härteste und witzigste „Rasputin“-Cover aller Zeiten veröffentlichte? Wie dem auch sei – das neue Bombast-Gewand steht Turisas erstaunlich gut und somit machen schon der Opener „The March Of The Varangian Guard“ und das nachfolgende „Take The Day“ eine richtig gute Figur, das neben cleanem Gesang und epischen Chören auch wieder mit Growls aufwarten kann.

Leider folgen daraufhin eine Hand voll Songs, die das hohe Niveau der ersten Titel nicht halten können. Wirklich langweilen oder gar nerven tun sie trotzdem nicht und somit schafft es vor allem „Venetoi! - Prasinoi!“ dank komplexer Songstruktur und Abwechslungsreichtum zu überzeugen. Einen wirklichen Höhepunkt stellt dann schließlich „Fear The Fear“ dar, das mit überraschendem Aufbau und ordentlich Spannung in der Instrumentation sämtliche Songwritingkonventionen über Bord wirft. An dieser Stelle sind die Musicaleinflüsse auf den Turisas-Sound unüberhörbar. Da fällt nicht weiter ins Gewicht, dass der Titeltrack eher etwas abfällt und auch „End Of An Empire“ kurz vor Schluss hinter den Möglichkeiten zurück bleibt. Dafür entschädigt das abschließende Epos „The Bosphorus Freezes Over“ mit Hörspiel-ähnlichen Einschüben allemal.

Obwohl der Titel schlimmes ahnen lässt, ist „Stand Up And Fight“ also eine rundum gelungene Überraschung geworden. Denn Turisas gelingt über weite Strecken, woran Bands wie Rhapsody Of Fire oder eben Manowar schon scheiterten: trotz Orchester-Kitsch und Bombast-Overkill wird das Album zu keinem Zeitpunkt langweilig, sondern glänzt viel mehr durch gute Ideen und angenehm abwechslungsreiche Gesangslinien.

Anspieltipps:

  • The March Of The Varangian Guard
  • Take The Day
  • Fear The Fear
  • The Bosphorus Freezes Over

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