The Death Set - Michel Poiccard - Cover
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The Death Set Michel Poiccard


  • Label: Counter/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der Tragödie um den Drogentod von The Death Set Mitbegründer Beau Velasco im Jahre 2009 stand die Existenz der Australier auf der Kippe, denn eben Beau Velasco war zusammen mit Johnny Sierre nach Baltimore gezogen, um dieses musikalische Projekt zu verwirklichen. So sehr Johnny Sierre auch noch an diesem Umstand leidet, ist das Album nach dem großen Schock doch wieder ein losgelöster Bastard aus Punk, Electro und Rock. Songtitel wie „I Miss You Beau Belasco“ und Vocalsamples eben dieser schillernden Persönlichkeit tragen zwar unverhohlen tiefe Trauer in sich, doch wer würde es den verbliebenen The Death Set auch übelnehmen. Schließlich soll „Michel Poiccard“ Velascos Vermächtnis sein und wird nicht zuletzt ihm zu Ehren veröffentlicht.

Der Titel des Openers „I Wanna Take This Tape And Blow Up Ya Fuckin Stereo” gibt ohne Umschweife die Marschroute von „Michel Poiccard“ vor. Fiese Schrei-Attacken folgen auf LoFi-Punk und rumpelnde Drums, die direkt aus dem Demo-Status stammen, um nicht viel mehr als verzerrten Krach aufzuzeigen. „Can You Seen Straight“ nimmt sich soundmäßig etwas zurück und lässt auch klare Passagen erklingen, welche von weiblichen Gang-Vocals im augenzwinkernden Cheerleader-Style auf eine melodischere, angenehmere Stufe gehoben werden. Rauer Punkrock taucht „We Are Going Anywhere Man” in ein schwungvolles Licht, allerdings ohne große Spannung zu versprühen. Interessanter sind da die Synthesizer von „Chew It Like A Gun Gum“, wie aus der experimentellen Frühphase der Synth-Pop Formation OMD entliehen und leider viel zu kurz aufblitzend.

Direkt lieblich dringt ironischerweise „I Miss You Beau Velasco“ aus den Boxen. Gerade dieses Stück zu Ehren des ehemaligen Masterminds vergnügt sich ausgeglichen mit Retro-Beats, hymnischem Analog-Keyboard und Hit-Appeal. Gäbe es nicht solche Songs mit gewissem Pop-Anteil, zu denen auch das mit Spank Rock aufgenommene „7PM Woke Up An Hour Ago“ oder das groovende „It´s Another Day“ gehört, wäre das Album doch eine überaus krachige, direkt lieblose Angelegenheit, deren Wirkung kaum wahrnehmbar gewesen wäre. So befinden sich The Death Set immerhin noch im Mittelfeld und natürlich zwischen den Genre-Stühlen.

Anspieltipps:

  • We Are Going Anywhere Man
  • Can You Seen Straight
  • I Miss You Beau Velasco
  • 7PM Woke Up An Hour Ago

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