Hoch/Tief - Hoch/Tief - Cover
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Hoch/Tief Hoch/Tief


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Comebacks sind beileibe nicht nur etwas für ehemalige Helden, die mittlerweile einfach satt und stolpernd versuchen, ihre guten Tage wieder zu beleben. Für Bands, deren Weg damals schlicht zu viele Wendungen nahm, um weiter folgen zu können, ist es oft auch ein neuer Aufbruch, ein befreites Lockermachen. So auch beim Trio Hoch/Tief, deren Vorläufer Boiler als Opener für Biohazard, Samiam und Sick Of It All Ende der Neunziger einiges an Staub aufwirbelte, ehe nach zwei Alben und verschiedenen Nackenschlägen der Ofen aus war. Danach gab es eine Episode als Cargo City, um nun unter dem Namen Hoch/Tief ihre Wurzeln des riffbetonten Emocore/Punkrock mit einem erneuten Debüt zur Schau zu stellen.

Als erster deutschsprachiger Act auf Arctic Rodeo Recordings nehmen Hoch/Tief nicht lange Anlauf, um detailliert zu rocken. Melodische, aber dominierende Gitarrenriffs treffen auf eine permanent nach vorn preschende Rhythmus-Sektion, welche durch den angenehm verschwommenen Gesang eine emotional-authentische Ausstrahlung annimmt. Klug angelegte Rhythmuswechsel bilden ein Fundament, von dem „Hoch/Tief“ die gesamte Spieldauer lang profitiert. Im Midtempo-Rocker „Wenn Du willst“ kommen die hymnischen wie auch die kernigen Momente nicht zu kurz, großartig befeuert von mitreißenden Gitarrensounds. Straighter und schneller wird es bei „Alarm“, das durch melancholischen Punkrock zu einem Gewinner kommender Live-Shows werden könnte.

Überhaupt ist es der gradlinige Live-Sound, die instrumentale Schlichtheit der Trio-Besetzung und der unverhohlene Spaß am Emocore der Neunziger, deren Kombination jede Menge Suchtpotential auslöst. Wie die Gitarre bei „Dinge“ neben der Spur tönt, um schließlich wieder in sie hinein zu gleiten, ist schon großartig und wunderbar aus der Zeit gefallen. Wenn dann noch die Musiker so sehr ihre Sache verstehen und ein Lieblingssong auf den anderen folgt, ist der Gewinner nicht nur die wiedererstarkte Band, sondern ebenso der Hörer.

Anspieltipps:

  • Alarm
  • Leicht gehen
  • Dinge
  • Winterhart

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