Mercenary - Metamorphosis - Cover
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Mercenary Metamorphosis


  • Label: Noiseart Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Metamorphosis“ steht für den Wegfall von Growls und eine generell midtempolastigere Gangart.

Starteten die dänischen Mercenary auf ihrem Longplayerdebüt „First breath“ (08/1998) noch als fiese Death Metal-Kapelle, inkorporierten sie schon auf dem Nachfolger „Everblack“ (03/2002) Einflüsse aus anderen Metal-Genres, die bis zum letzten Werk „Architect of lies“ (03/2008) eine Bandbreite von Power Metal über Progressive Rock, bis hin zu Thrash Metal und Melodic Death Metal umfasste. Auf „Metamorphosis“ geht diese Fusion der unterschiedlichen Stile nahtlos ineinander über, sodass sich nicht mehr genau sagen lässt, welche (vermarktbare) Schublade die Dänen beim Songwriting im Auge gehabt haben.

Das dürfte derzeit aber ohnehin das kleinste Problem der Truppe sein, denn nachdem sich der internationale Durchbruch einstellte, suchte Bandgründer Henrik „Kral“ Andersen vor Veröffentlichung von „The hours that remain“ (08/2006) das Weite und gemäß des Mottos des neuen Albums haben Jakob Molbjerg (Gitarre), Martin Buus Pedersen (Gitarre) und René Pedersen (Bass) „wegen musikalischer Differenzen“ ihre Kollegen Mikkel Sandager (Gesang), Morten Sandager (Keyboard, Piano) und Mike Park Nielsen (Schlagzeug) vor die Tür gesetzt und durch den Schlagzeuger Morten Lowe ersetzt. Die Gesangseinlagen für Sandager übernimmt stattdessen Bassist Pedersen. Ob zwei derart radikale Änderungen innerhalb von fünf Jahren für die Band von Vorteil waren, wird sich zeigen.

Musikalisch bedeutet das für die sechste Langrille „Metamorphosis“ jedenfalls den Wegfall von Growls und eine generell midtempolastigere Gangart. Mercenary holzen zwar immer wieder durch den metallischen Blätterwald und können mit deftigen Ausbrüchen in Richtung Heaven Shall Burn („Velvet lies“) oder Death/Thrash-Exkursen („On the edge of sanity“, „The black brigade“) dienen, das Feuer vergangener Veröffentlichungen können die vier Herrschaften damit allerdings nicht entfachen. Gelangweilte Refrains und Schunkelpassagen, die in Melancholie getaucht wurden, lassen Schwedentodstücke wie „In bloodred shades“ oder „Shades of grey“ zu Mittelmaß verkommen, ein zum Geschehen gegengleiches Klaviergeklimper lässt aufhorchen, kann aber keinen kompletten Song vor dem Exitus retten („In a river of madness“) und der Versuch, in den Strophen hart zuzuschlagen und den Chorus sanft zu betten, ist wegen seiner offenkundigen Ader und der allzu konstruierten Umsetzung zum Scheitern verurteilt („Through the eyes of the devil“).

Wie es mit Mercenary weitergeht, steht nach dieser Veröffentlichung völlig offen. Das Songwriting ist bestenfalls Durchschnitt, die Stilkreuzungen kaum fordernd oder ausgefallen und zu jeder dargebrachten Idee gibt es unzählige Bands, die sie in ähnlicher Form schon wesentlich kreativer gelöst haben. Für eine ehemals vielversprechende Truppe ist „Metamorphosis“ ohne Frage ein künstlerisches Armutszeugnis.

Anspieltipps:

  • Memoria
  • On The Edge Of Sanity

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